Crossmedia: Mehrarbeit mit Mehrwert

Das Internet wird nicht mehr verschwinden. Journalisten müssen sich darauf einstellen, denn das Netz wird ihre Arbeit dauerhaft beeinflussen. Das weiß auch Denise Peikert, sie ist seit Oktober 2010 Schülerin der Deutschen Journalistenschule in München und Chefredakteurin des Lehrmagazins Hive. Hive gibt es zwar auch als gedrucktes Magazin, es versteht sich aber als „Medium für die digitale Gesellschaft“ und präsentiert sich entsprechend – hauptsächlich online. Auf der Internetseite stehen meist nicht nur die blanken Artikel, sie werden multimedial aufbereitet mit Audio- und Videoelementen. Die jungen Journalisten bauen dafür nicht nur Slide-Shows, sondern werden systematisch auf crossmediales Arbeiten im Internet vorbereitet. Denn an der Deutschen Journalistenschule gilt das Motto: „Online is always“.

Denise Peikert erklärt im Interview, wie crossmediales Arbeiten in der Praxis aussieht, was das für die Ausbildung der Journalistenschüler bedeutet und warum sich der Mehraufwand lohnt. Mit ihr sprach Sara Schurmann.

Mehr zum Thema crossmediales Arbeiten finden Sie auch in der Oktoberausgabe des Fachjournalist.

Crowdfunding – Finanzierungsmodell für journalistische Projekte?

Eine im Journalismus immer wiederkehrende Frage ist: Wie können aufwändige Projekte finanziert werden? Eine neue Möglichkeit bietet die Internet-Community, die kreative Projekte über Crowdfunding finanzieren könnte.

Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien weist in einer Studie aus dem Sommer 2011 nach: Viel Öffentlichkeitsarbeit hilft viel. Wenn Medien (Print, Radio oder Online) über ein Crowdfunding-Projekt berichten, ist die Chance auf die erfolgreiche Finanzierung besonders gut. So scheint sich dieser Ansatz zu einer großen Chance für die Finanzierung journalistischer Arbeit zu entwickeln.

Doch was ist Crowdfunding eigentlich? Wie funktioniert dieser Ansatz? Joachim Fulda sprach mit der Publizistin Dr. Andrea Kamphuis, die über Crowdfunding im Frühjahr 2011 8000 Euro einwarb, um ein populärwissenschaftliches Sachbuch über Autoimmunerkrankungen zu schreiben.

Am 25. Oktober 2011 veranstalte der Deutsche Fachjournalisten-Verband im Rahmen seines neuen Veranstaltungsformates dfjv:konnekt eine Podiumsdiskussion zum Thema „Crowdfunding – Finanzierungsmodell für freie Journalisten und Fotografen (-netzwerke)?“. Zum Videomitschnitt der Veranstaltung gelangen Sie hier, zur Fotogalerie hier.

Einen lesenswerten Beitrag der Interviewpartnerin Dr. Andrea Kamphuis zum Verständnis von Crowds als dynamisch strukturierter Netzwerke denn als anonyme Massen finden Sie hier.

Podcasting: Wenn jeder zum Sender werden kann

Der Begriff Podcast ist in aller Munde. Neben Facebook, Twitter und Blog gehört auch der Podcast zur Familie der Social Media-Kanäle.

Aber worum handelt es sich beim Podcast, wie nutzt man ihn am besten und welche Vorteile hat er für Nutzer und Macher?
Peter Schulz fragt in seinem Beitrag Internetnutzer und spricht mit Podcastexpertin Brigitte Hagedorn.

Brigitte Hagedorn ist Gründerin der Werkstatt für audio:beiträge und leitet das Projekt Fachjournalist-Podcast.

Übrigens: Ein Beitrag von Brigitte Hagedorn mit weiteren interessanten Informationen zum Thema Podcasting findet sich in der aktuellen Ausgabe des Fachjournalist, die hier kostenlos abgerufen werden kann.

Wer hat Angst vor Social Media?

Die Weltenbummlerin tut es. Der Hobbykoch tut es. Der Fotografiefan, der Kleingärtner und der Autobegeisterte tun es. Hundeliebhaber und Astrophysiker sind auch dabei. Im Social Web diskutieren, informieren und vernetzen sich Menschen rund um die Uhr und in Echtzeit.

PR-Schaffenden bietet Social Media eine große Chance: Sie können hier in den direkten Kontakt und einen echten Dialog mit ihrer Öffentlichkeit treten. Doch im allgemeinen Stimmengewirr sind die Kommunikationsprofis vieler Unternehmen seltsam still. Ob aus Angst vor Kontrollverlust oder Ratlosigkeit – vielfach stehen sie scheu am Rande des neuen Spielfeldes und wagen nur zaghaft den Einstieg.

Die PR- und Social Media Experten Marie-Christine Schindler und Tapio Liller haben mit PR im Social Web einen Reiseführer durch die schöne neue Welt des Social Web verfasst. Sie nehmen ihr den Schrecken. Klar gegliedert, leichthändig geschrieben und anhand zahlreicher Beispiele sorgen die Züricherin und der Frankfurter für Orientierung und vermitteln, wie man das Social Web systematisch angeht. Nadine Flerlage hat sich mit Marie-Christine Schindler und Tapio Liller unterhalten.

„PR im Social Web“ ist im O`Reilly-Verlag (www.oreilly.de) erschienen und kostet 29,90 €.

Auf Facebook: www.facebook.com/PRimSocialWeb

Land der Widersprüche: Die Türkei demokratisiert sich und schränkt gleichzeitig die Pressefreiheit ein

Besserer Datenschutz, ausgebaute Rechte für Frauen und Kinder, weniger Macht für die Militärgerichte und mehr fürs Parlament: Die letzte Verfassungsänderung in der Türkei hat viele Verbesserungen gebracht; wie auch verschiedene Reformen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses zuvor. Verschlechtert hat sich in der Türkei aber die Situation der Presse. Die Verfassung schränkt schon immer die Pressefreiheit ein; in jüngster Zeit kam es außerdem zu einer Verhaftungswelle gegen kritische Journalisten.

Hierüber spricht Leonie Feuerbach mit Cemal Karakas. Karakas ist 1973 in der Türkei geboren und studierte in Deutschland Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Germanistik. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er publiziert unter anderem zum EU-Türkei-Verhältnis und zum politischen Islam in der Türkei.

Der Medienmarkt in Osteuropa: Wirklich frei?

Sind Osteuropas Medien frei? Ungarns neues Mediengesetz wird kritisiert. Nach dem Mord an Anna Politkovskaja sprechen Menschenrechtler in Russland von einer Sowjetisierung der Medienlandschaft.

Doch Osteuropa besteht auch aus anderen Ländern. In Polen oder Tschechien hat sich nach 1989 eine vielfältige Medienlandschaft entwickelt. Dennoch: Der Markt wird von vielen Journalisten als neue Existenzgefährdung gesehen, er führe zu Uniformität und Boulevardisierung der Berichterstattung.

Das Engagement westeuropäischer Medienkonzerne wie der WAZ-Mediengruppe wird ebenfalls kritisiert. Diese sähen nur auf die Bilanzen und weniger auf die Bedeutung kritischer Medien für die Entwicklung funktionierender demokratischer Gesellschaften.

Marc Stegherr, Dozent für Landeskunde Südosteuropa an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, veröffentlichte 2010/2011 zusammen mit Kerstin Liesem eine Analyse der osteuropäischen Medien im Transformationsprozess nach 1989.

Lesen Sie dazu im Fachjournalist Heft 1/2011 den Text Zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Dr. Marc Stegherr.

Eine Buchbesprechung von Joachim Fulda finden Sie auf dem Blog für Menschenrechte.

Deutsche Politiker im Netz: authentisch und glaubwürdig?

2011 wird viel in Deutschland gewählt. In sieben Bundesländern werben Parteien um die Gunst der Wähler. Diese wiederum bloggen, zwitschern oder podcasten wie Angela Merkel und tummeln sich in sozialen Netzwerken wie Facebook. Je mehr „Fans“, umso besser? Und wirken deutsche Politiker im Netz überhaupt glaubwürdig?

Frau Dr. Nicole Petzi beschäftigt sich in ihrem Artikel Zur Authentizität von Public Relations im Social Web im Fachjournalist Heft 1/2011 mit der Frage, wie glaubwürdig und authentisch deutsche Politiker im Internet auftreten und welchen Popularitäts-Mehrwert sie bei einem sinnvollen Netz-Auftritt haben.

Mit Dr. Nicole Petzi sprach Joachim Fulda.

Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten – ein Muss?

Wer in Deutschland das Radio andreht, ist an eine rundfunktaugliche, fehlerfreie Aussprache und eine dem Format entsprechende Sprechmelodie gewöhnt.

Moderatoren und Radiojournalisten sprechen beim ersten Hinhören ein genormtes, rundfunktaugliches Hochdeutsch. Bei genauerer Betrachtung werden jedoch viele Qualitätsunterschiede hörbar, je nach Sender oder Format. Trotzdem sind die Anforderungen an Journalisten, die beim Radio arbeiten wollen, gestiegen.

Sprechkompetenz wird oft vom ersten Augenblick an erwartet. Nicht nur von Radiojournalisten, die „on air“ gehen wollen, sondern auch von freien Journalisten, die z.B. Features erstellen.

Aber: Muss eine Sprechausbildung sein, wenn man fürs Radio arbeiten will? Wieviel Zeit muss in Sprechtraining investiert werden und kann jeder, der will, rundfunktaugliches Sprechen erlernen?

Zur Relevanz von Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten hören Sie einen Beitrag von Friederike Schwabel. Moderation Peter Schulz.

Mehr Informationen über die Stimmtrainerin Anne Feuker finden Sie unter: http://www.vocalis-sprechtraining.de/4.html

Es gibt mehr als eine Wahrheit – VJ Movement

Das Internet verändert den Journalismus. Die Nutzer an dem Produkt zu beteiligen, die Qualität sicherzustellen, den Journalisten dafür auch Geld zu bezahlen – vor allem in diesen Bereichen verlangt das Internet innovative Antworten. Solche neuen Akzente setzt das VJ Movement. VJ Movement ist eine Internetplattform für den Bereich des Videojournalismus. Hier werden die Nutzer schon frühzeitig in den Prozess der Themenauswahl einbezogen. Das Produkt entwickelt sich im Netz.

Im Herbst 2009 ist das Videoportal online gegangen. Journalisten aus aller Welt berichten hier abseits der Mainstream-Medienportale. Martin Lehmann-Waldau hat mit dem Gründer von VJ Movement, dem Holländer Thomas Loudon, gesprochen, sowie mit Adam Westbrook, einem Multimedia-Journalisten, der mit dem VJ Movement zusammenarbeitet.

Das Voiceover sprach Joachim Fulda, Moderation Nadine Flerlage.
Mehr zu dem Journalisten Adam Westbrook finden Sie auf seiner Homepage.

Was leistet das Netz?

Am 29. Oktober 2010 fand in Berlin der 5. Deutsche Fachjournalisten-Kongress statt. Eine Veranstaltung, die der Deutsche Fachjournalisten-Verband jährlich ausrichtet.

Der Deutsche Fachjournalisten-Kongress 2010 gab Denkanstöße für Journalisten im Zeitalter des Web 2.0. In Podiumsdiskussionen und Fachforen diskutierten Redakteure von Online-Medien wie tagesschau.de und SPIEGEL ONLINE über den Wandel des Journalismus in Zeiten von Blogs, facebook und twitter.
Dabei war die zentrale Frage des Kongresses: Was leistet das Netz?

Die Redaktion des Fachjournalist-Podcast war für Sie dabei. Sie hören einen Beitrag von  Beate Schulz, Joachim Fulda, Hermann Tydecks,
Martin Lehmann-Waldau.