Der Küchenzuruf – Mythos oder unverzichtbar?

Jeder kennt ihn: Den einen Satz, der die Recherche und die Themenidee verkaufen soll. Der sogenannte „Küchenzuruf“ – ein Begriff, der auf „Stern“-Gründer Henri Nannen zurückgeht – wird von Journalistenschülern über die Ein-Satz-Übung dutzende Male geprobt. Im Idealfall transportiert er die Botschaft des gesamten Textes.

Doch wie gelingt es, aus einer Themenidee diesen einen klaren Satz zu formulieren, der benennt, was die Geschichte ist? Und wie schafft man es, Neugierde zu wecken, sodass der fertige Text einen zahlungsbereiten Abnehmer findet? Darüber sprach Irina Sediq mit der Lokalredakteurin Bärbel Kleinelsen.

Ein Beitrag mit Augenzwinkern.

Videojournalismus: So wird der eigene YouTube-Kanal erfolgreich

Ein eigener YouTube-Kanal bietet Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit, neue Formate auszuprobieren und Zielgruppen zu erreichen, die vom klassischen Fernsehen bisher nicht erreicht werden. Doch was macht einen erfolgreichen YouTube-Kanal aus? Und lässt sich damit Geld verdienen? Sarah Kröger spricht mit Matthias Morr über seine Erfahrungen mit YouTube und wie JournalistInnen das Medium am besten nutzen können.

Matthias Morr arbeitete als Reporter, Redakteur und Moderator für Tageszeitungen und Hörfunk, bevor er sich dann auf Videojournalismus und Social Media spezialisierte. 2009 machte er sich als Berater und Produzent für Webvideos selbstständig. Heute fokussiert er sich hauptsächlich auf seinen eigenen YouTube-Kanal, für den er Kreuzfahrtschiffe testet und über seine Erfahrungen berichtet. Seine Kreuzfahrtvideos werden mittlerweile bis zu 550.000 Mal im Monat abgerufen, sein Kanal hat über 29.000 Abonnenten.

Ist die Medienberichterstattung im digitalen Zeitalter zu emotional?

Die Digitalisierung der Medien bringt nicht nur neue Formen für den Journalismus hervor. Die Berichte werden auch zunehmend subjektiver und emotionaler. Dieser Trend lässt sich nicht nur im Internet, sondern auch in den Printmedien beobachten.

Einige Journalisten und Branchenkenner betrachten diese Entwicklung mit Sorge. Gefährden emotionale und affektive Darstellungsweisen die journalistische Glaubwürdigkeit?

Mareike Funke hat mit Antonia Wille über die Frage gesprochen, ob emotionale Berichterstattung nur negativ betrachtet werden kann oder sich dadurch auch Chancen für Printmedien ergeben. Antonia Wille ist Mitbegründerin von amazed, einem Fashion- und Beauty-Blog aus München. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin für Print-und Onlinemedien und ist Autorin sowie Digital Consultant und Social-Media-Beraterin.

Konstruktiver Journalismus: das Start-up Perspective Daily

Lösungsorientiert schreiben – geht das? Kann das funktionieren? Die Macher des Internetportals „Perspective Daily“ sind davon überzeugt. Seit Anfang des Jahres versuchen sie, neue journalistische Impulse zu setzen – und das mit Erfolg: Bis heute zählt das Portal bereits über 14.000 Mitglieder, Tendenz steigend.

Johannes Voutsinas sprach mit Maren Urner, Autorin und Mitgründerin von „Perspective Daily“, über ihr Projekt und ließ sich von ihr den Ansatz des „konstruktiven Journalismus“ erklären. Dieser will lösungsorientiert berichten und Zusammenhänge vermitteln.

Einblicke: Berufsalltag eines Journalisten in einer kleinen Lokalredaktion

Klingelnde Telefone, blinkende Computer und eilig umherlaufende Journalisten mit Handys am Ohr – ganz normaler Alltag in einer großen Redaktion, die keinen Termin versäumen und keine Geschichte verpassen darf.

Doch, wie schaut der Alltag einer kleinen Lokalredaktion aus?

Dieser Frage geht Johannes Voutsinas nach. Er spricht dazu mit dem Journalisten Mike Schiller. Mike Schiller gründete vor einigen Jahren sein eigenes Nachrichtenportal MeiDresden.de, welches er bis heute erfolgreich leitet. Hier berichten er und sein Team rund um die sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Die Redaktion von MeiDresden.de  besteht aus gerade einmal drei Journalisten. Das hat Vorteile, bringt jedoch auch einige Probleme mit sich. Welche das sind und worauf es für ihn bei seiner Arbeit besonders ankommt, beschreibt er in dem folgenden Interview.

Was müssen Journalisten für die Zukunft lernen?/What do journalists need to learn for the future?

Seit Jahren befinden sich die Medien durch die zunehmende Digitalisierung im Umbruch. Die Verlagerung des Nachrichtenkonsums auf das (mobile) Internet sowie die Fülle an unterschiedlichen Informationsquellen zwingen die Verlage umzudenken und umzustrukturieren. Auf der Suche nach neuen Konzepten für den Journalismus geht der Blick oft in die USA, die als Pionier auf diesem Gebiet gelten. Grund genug, sich einmal die Arbeit und die Herausforderungen, denen sich amerikanische Journalisten stellen müssen, anzuschauen.

Beate Schulz (https://wgpeopletrend.wordpress.com/) sprach mit dem amerikanischen Journalisten Chad Smith über die Ausbildung und das Arbeitsleben als angestellter und freier Journalist in den USA.

Chad Smith ist ein freiberuflicher Journalist aus New York, der jetzt in Hamburg lebt. 2009 machte er seinen Masterabschluss im Journalismus an der Universität von New York. Im Anschluss arbeitete er als angestellter Journalist bei der lokalen Tageszeitung Pocono Record. Heute ist er freier Journalist und schreibt für Medien wie die New York Times, die New York Daily News und den Villager.

What do journalists need to learn for the future?

Media has been changing for years because of increased digitisation. The rising consumption of information on the Internet and with the mobile phone as well as the abundance of information sources force publishing companies to rethink and restructure their businesses. In search of new concepts for the future, Germany takes a look at the USA, which is said to be the innovative pioneer in this area. Reason enough for having a look at the work and challenges American journalists have to meet.

Beate Schulz (https://wgpeopletrend.wordpress.com/) spoke to the American journalist Chad Smith about education and his professional life as a staff writer and a freelance journalist in the USA.

Chad Smith is a freelance journalist from New York, who is living in Hamburg now. In 2009 he completed his master’s degree in journalism at New York University. He worked as a staff writer at the local daily newspaper Pocono Record and is working as a freelance journalist now. He writes for media like the New York Times, the New York Daily News and The Villager.

 

Videoportale – ein Weg aus der Krise der Filmkritik?

„Wir blicken mit Sorge auf Film und Kritik.“ Mit diesen offenen Worten prangerte der Verband der deutschen Filmkritik im letzten Jahr via Flugblatt den Zustand des Kinos und vor allem der Filmkritik an. Dieser fehle es an Unabhängigkeit, Tiefe und Schärfe. Die Kritik verkomme zur bloßen Dienstleistung, und das in einer Zeit, in der das Programmkino zunehmend dem Mainstream unterliege.

Doch wie kann die deutsche Filmkritik in einer Zeit des medialen Umbruchs an Bedeutung und Einfluss zurückgewinnen? Ein Weg könnte das Erkunden publikumswirksamer Portale wie Youtube sein, wo sich inzwischen einige „Selfmade-Filmkritiker“ tummeln und mit ihren Kanälen viele Zuschauer erreichen.

Dobrila Kontić sprach mit den Youtube-Filmkritikern Robert Hofmann und Wolfgang M. Schmitt über ihre Einschätzungen zur Lage der Filmkritik und den Möglichkeiten, die sich ihr auf Plattformen wie Youtube bieten.

Der Journalist als Übersetzer – Fachsprache verständlich machen

Bestandteil einer gründlichen Recherche ist das Hintergrundgespräch mit einer Expertin oder einem Experten. Die Gesprächspartner von Journalistinnen und Journalisten benutzen oft eine Fachsprache, die sich nicht eins zu eins zitieren lässt. Hier wird der Journalist zum Übersetzer. Er muss vermitteln zwischen dem Fachwissen, das der Experte liefert und dem Kenntnisstand seines Publikums, das die Fachbegriffe, die der Experte benutzt, nicht unbedingt versteht.

Rudolf-Werner Dreier ist Pressesprecher der Universität Freiburg und übersetzt jeden Tag: Für Journalisten mit unterschiedlichem fachlichen Hintergrund sowie für die Öffentlichkeit stellt Dreier Forschungsergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität anschaulich dar. Wie arbeitet er sich in die jeweiligen Disziplinen ein? Und was – außer der Übersetzung von Fremdwörtern – zeichnet einen guten Fachtext sonst noch aus? Dieses und mehr fragte Martin Jost.

Über Behinderung reden

Wenn Journalisten über Menschen mit Behinderung berichten, begeben sie sich oft auf unbekanntes Terrain. Es entstehen dann Sätze wie „an den Rollstuhl gefesselt“, „leidet an“ oder „trotz ihrer Behinderung“. Diese Formulierungen sind unpassend, finden Rebekka Makos und Lilli Masuhr. Beide arbeiten für das Internetportal Leidmedien.de, welches zeigt, wie Berichterstattung über Menschen mit Behinderung gelingen kann.

Christine Weingarten sprach mit Lilli Masuhr und Rebekka Maskos über die Arbeit von Leidmedien.de und erfuhr, worauf Journalisten achten sollen, wenn sie über Menschen mit Behinderung berichten.

Lili Masuhr ist Journalistin für Online-Medien und arbeitet für den Hörfunk in Berlin. Sie leitet bei der Berliner Nichtregierungsorganisation Sozialhelden das Projekt Leidmedien.de.

Rebekka Maskos studierte Psychologie und volontierte bei Radio Bremen. Sie arbeitet als frei Journalistin und als Beraterin in einer Frauenberatungsstelle.

Special-Interest-Journalismus: Das Magazin als guter Freund

Wenn wir etwas mit Leidenschaft tun, dann tun wir das in der Regel richtig gut. Wie etwa angeln, kochen oder den Garten verschönern. Wer dazu auch noch eine journalistische Ausbildung durchlaufen hat und gern über sein Hobby berichtet, ist im Special-Interest-Journalismus (SI-Journalismus) gut aufgehoben.

Christine Weingarten sprach mit Sebastian Bröder über die Besonderheiten des SI-Journalismus und erfuhr, was das genau ist und auf welche Dinge Journalisten achten müssen, wenn sie ihr Hobby zum Beruf machen wollen.

Sebastian Bröder ist seit 16 Jahren als freier Journalist und Redaktionsberater tätig. Er volontierte bei einem SI-Magazin und berät zum Thema Special-Interest-Journalismus. Außerdem bietet er Seminare für Volontäre, Redakteure und Öffentlichkeitsarbeiter an.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag Special-Interest-Journalismus – Rat geben aber richtig von Sebastian Bröder im Onlinemagazin Fachjournalist.