Expertise, Flexibilität, crossmediale Kompetenz: Wegweiser durch die Medienkrise

Der Qualitätsjournalismus steckt in der Krise. Und das nicht erst seit heute. Das „Aus“ von „Financial Times“ und die Entwicklungen bei „Frankfurter Rundschau“, dapd und der “Westfälischen Rundschau“ haben die Debatte um die Zukunft der Branche verstärkt.

Was bedeutet diese Entwicklung für Fachjournalisten? Gibt es noch „sichere“ Ressorts, die eine Spezialisierung sinnvoll erscheinen lassen? Inwieweit wird das Internet weiterhin den Markt verändern und wie können Fachjournalisten auf die sich wandelnden Anforderungen reagieren?

Im Jahr 2010 ist eine vom Deutschen Fachjournalisten-Verband geförderte Studie zu den Rahmenbedingungen von Qualitätsjournalismus in strukturellen und konjunkturellen Krisenzeiten erschienen.

Friederike Schwabel sprach mit dem Leiter der Studie, Klaus Beck, Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Leiter der Arbeitsstelle Kommunikationspolitik/Medienökonomie an der Freien Universität Berlin darüber, wie die Branche sich verändert und wie Fachjournalisten sich in dem schwierigen Markt positionieren können.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der oben genannten Studie ist unter dem Titel „Quo vadis journalistische Qualität?“ im Fachjournalist erschienen.

Von Deutschland in die Welt (Teil 1) – Über Journalisten, die für das Ausland berichten

Nur wenige Länder leisten sich einen eigenen Sender, der Radio- und Fernsehberichte speziell für andere Länder produziert. In Deutschland ist das die Deutsche Welle. Wie die große Schwester BBC in Großbritannien, sendet die Deutsche Welle ihre Programme in alle Welt. Ihre Aufgabe ist es, Deutschland im Ausland verständlich zu machen und den Austausch der Kulturen zu fördern.

In einem Beitrag von Peter Schulz sprechen Ursula Moreno und Frank Kempe über ihre Erfahrungen im Auslandsjournalismus, ihr Zielpublikum und die Besonderheiten und Herausforderungen ihrer Arbeit.

Erfahren Sie mehr unter www.dw.de.

Kopfkino: Sport live im Radio

Es war die Stimme von Radioreporter Herbert Zimmermann, die das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 als „Wunder von Bern“ in die deutschen Wohnzimmer brachte. Diese Stimme machte ihn und das Spiel weltberühmt. Heute bringen die Herbert Zimmermanns, Werner Hanschs oder Manni Breukmanns dieser Welt die großen Sportereignisse nicht mehr nur ins Wohnzimmer – dank der mobilen Medien sind sie überall dabei. Die Radioreporter vor Ort sind Augen und Ohren des Zuhörers und holen ihn mitten ins Geschehen.

Wie schafft man es, die Zuhörer mit der Begeisterung und Leidenschaft des Ereignisses zu infizieren, wie entsteht der Radio-Live-Beitrag und wofür begeistern sich die Hörer am meisten? Darüber sprach Kirsten Greve mit Michael Augustin, Sportreporter bei ARD und NDR.

Einloggen für „log in“ – die interaktive Talkshow

Alle reden vom interaktiven Fernsehen, doch nur wenige Sendungen binden ihr Publikum tatsächlich aktiv mit ein. „log in“ ist so eine Sendung. In anderen Talkshows sitzen die aktivsten Diskussionsteilnehmer im Fernsehstudio. Bei „log in“ hingegen gestalten die Zuschauer die Sendung online mit. Ob via Facebook, Twitter oder Live-Chat im Blog von „log in“: Die User-Kommentare sind nicht nur schmückendes Beiwerk zum Gespräch, sondern bestimmen den Verlauf der Diskussion maßgeblich mit.

Seit der Erstausstrahlung am 23. November 2010 moderiert Wolf-Christian Ulrich die Sendung auf ZDFinfo. Jeden Mittwoch diskutiert der TV-Journalist crossmedial mit seinen Gästen und dem Publikum über Gesellschafts- und Politikthemen. Im Gespräch mit Christine Weingarten erklärt er, wie „log in“ funktioniert und wie die Idee vom interaktiven Fernsehen die Sendung prägt.

„log in“ – immer mittwochs um 21 Uhr auf ZDFinfo und im Livestream der Sendung auf blog.zdf.de/zdflogin.

Interview: Christine Weingarten, Redaktion: Ricarda Terjung und Christine Weingarten.

Die Reportage: Eine Liebeserklärung

Ein „Kino im Kopf“ soll sie erzeugen, sinnlich und subjektiv, aber nicht wertend sein, ein Stück der Welt genauer erklären, es „fühlbar“ machen – die Reportage gilt als Königsdisziplin des Journalismus. Gleichzeitig wird ihr aber auch mit Misstrauen begegnet, der Bericht gilt oft als die ernsthaftere Form der Auseinandersetzung mit einem Thema. Deshalb, und weil sie Aufwand, Platz und Geld erfordert, handelt es sich bei der Reportage um eine vernachlässigte Stilform. Bedauerlicherweise – findet zumindest Ulrich Gineiger.

Im Gespräch mit Leonie Feuerbach erklärt der Reporter und Moderator Ulrich Gineiger, was die Reportage so einzigartig macht, wann sie am besten zum Einsatz kommt und was das Besondere an Reportagen fürs Hören ist.

„Die eigene Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen“ – Journalistische Darstellung technischer Innovationen

Gelungene Berichte über Innovationen fordern Journalisten einiges ab. Neben gründlicher Recherche zu den technischen Hintergründen, sind auch die Einflüsse auf sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene im Blick zu behalten. Darüber hinaus ist häufig eine intime Kenntnis der Materie aus eigener Erfahrung nötig, um Authentizität zu garantieren.
Der Journalist und Moderator Franz Alt hat sich auf das Spezialgebiet der erneuerbaren Energien konzentriert. Er ist der Ansicht, dass Journalisten mehr Lust auf die Zukunft haben sollten.
Im Interview mit Martin Lehmann-Waldau erklärt Franz Alt, wie der Umgang mit neuen Technologien journalistisch gelingt und welche Probleme sich stellen.

Mehr zu Franz Alt und der Solarenergie finden Sie auf www.sonnenseite.com

Crossmedia: Mehrarbeit mit Mehrwert

Das Internet wird nicht mehr verschwinden. Journalisten müssen sich darauf einstellen, denn das Netz wird ihre Arbeit dauerhaft beeinflussen. Das weiß auch Denise Peikert, sie ist seit Oktober 2010 Schülerin der Deutschen Journalistenschule in München und Chefredakteurin des Lehrmagazins Hive. Hive gibt es zwar auch als gedrucktes Magazin, es versteht sich aber als „Medium für die digitale Gesellschaft“ und präsentiert sich entsprechend – hauptsächlich online. Auf der Internetseite stehen meist nicht nur die blanken Artikel, sie werden multimedial aufbereitet mit Audio- und Videoelementen. Die jungen Journalisten bauen dafür nicht nur Slide-Shows, sondern werden systematisch auf crossmediales Arbeiten im Internet vorbereitet. Denn an der Deutschen Journalistenschule gilt das Motto: „Online is always“.

Denise Peikert erklärt im Interview, wie crossmediales Arbeiten in der Praxis aussieht, was das für die Ausbildung der Journalistenschüler bedeutet und warum sich der Mehraufwand lohnt. Mit ihr sprach Sara Schurmann.

Mehr zum Thema crossmediales Arbeiten finden Sie auch in der Oktoberausgabe des Fachjournalist.

Müssen Zeitungen Medienplattformen werden?

Wer sich früher aktuell informieren wollte, hat eine Tageszeitung gelesen. Heute kann sich jeder im Internet sogar stündlich informieren. Dabei liegen die Informationen in verschiedenen Formaten vor, wie Videos, Audiobeiträge oder Texte und können sowohl knapp als auch umfangreich sein. Quellen, die früher häufig nur Journalisten zugänglich waren, stehen heute für alle bereit. Institutionen stellen z.B. Statistiken ins Netz, in Blogs können Meinungen diskutiert werden und Augenzeugenberichte findet man z.B. auf der Video-Website YouTube.

Die Presse verliert so ihre ursprüngliche Rolle als „Gatekeeper“ und konkurriert im Netz auch mit nicht professionellen Sendern. Denn welche Informationen letztendlich wertvoll sind, entscheidet jeder einzelne Leser selbst.

Wie könnte die Zukunft der Zeitungsverlage unter diesen Bedingungen aussehen? Und wo liegen die Chancen des digitalen Zeitalters? Dazu sprach Beate Schulz mit Thomas Knüwer. Thomas Knüwer war 14 Jahre Journalist beim Handelsblatt. 2009 gründete er das Unternehmen kpunktnull – Beratung für das digitale Zeitalter und berät heute Firmen zum Thema Internet und Social Media. Außerdem schreibt er für sein Medien-Blog Indiskretion Ehrensache.

Crowdfunding – Finanzierungsmodell für journalistische Projekte?

Eine im Journalismus immer wiederkehrende Frage ist: Wie können aufwändige Projekte finanziert werden? Eine neue Möglichkeit bietet die Internet-Community, die kreative Projekte über Crowdfunding finanzieren könnte.

Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien weist in einer Studie aus dem Sommer 2011 nach: Viel Öffentlichkeitsarbeit hilft viel. Wenn Medien (Print, Radio oder Online) über ein Crowdfunding-Projekt berichten, ist die Chance auf die erfolgreiche Finanzierung besonders gut. So scheint sich dieser Ansatz zu einer großen Chance für die Finanzierung journalistischer Arbeit zu entwickeln.

Doch was ist Crowdfunding eigentlich? Wie funktioniert dieser Ansatz? Joachim Fulda sprach mit der Publizistin Dr. Andrea Kamphuis, die über Crowdfunding im Frühjahr 2011 8000 Euro einwarb, um ein populärwissenschaftliches Sachbuch über Autoimmunerkrankungen zu schreiben.

Am 25. Oktober 2011 veranstalte der Deutsche Fachjournalisten-Verband im Rahmen seines neuen Veranstaltungsformates dfjv:konnekt eine Podiumsdiskussion zum Thema „Crowdfunding – Finanzierungsmodell für freie Journalisten und Fotografen (-netzwerke)?“. Zum Videomitschnitt der Veranstaltung gelangen Sie hier, zur Fotogalerie hier.

Einen lesenswerten Beitrag der Interviewpartnerin Dr. Andrea Kamphuis zum Verständnis von Crowds als dynamisch strukturierter Netzwerke denn als anonyme Massen finden Sie hier.

Podcasting: Wenn jeder zum Sender werden kann

Der Begriff Podcast ist in aller Munde. Neben Facebook, Twitter und Blog gehört auch der Podcast zur Familie der Social Media-Kanäle.

Aber worum handelt es sich beim Podcast, wie nutzt man ihn am besten und welche Vorteile hat er für Nutzer und Macher?
Peter Schulz fragt in seinem Beitrag Internetnutzer und spricht mit Podcastexpertin Brigitte Hagedorn.

Brigitte Hagedorn ist Gründerin der Werkstatt für audio:beiträge und leitet das Projekt Fachjournalist-Podcast.

Übrigens: Ein Beitrag von Brigitte Hagedorn mit weiteren interessanten Informationen zum Thema Podcasting findet sich in der aktuellen Ausgabe des Fachjournalist, die hier kostenlos abgerufen werden kann.