Land der Widersprüche: Die Türkei demokratisiert sich und schränkt gleichzeitig die Pressefreiheit ein

Besserer Datenschutz, ausgebaute Rechte für Frauen und Kinder, weniger Macht für die Militärgerichte und mehr fürs Parlament: Die letzte Verfassungsänderung in der Türkei hat viele Verbesserungen gebracht; wie auch verschiedene Reformen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses zuvor. Verschlechtert hat sich in der Türkei aber die Situation der Presse. Die Verfassung schränkt schon immer die Pressefreiheit ein; in jüngster Zeit kam es außerdem zu einer Verhaftungswelle gegen kritische Journalisten.

Hierüber spricht Leonie Feuerbach mit Cemal Karakas. Karakas ist 1973 in der Türkei geboren und studierte in Deutschland Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Germanistik. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er publiziert unter anderem zum EU-Türkei-Verhältnis und zum politischen Islam in der Türkei.

Ein Gedanke zu “Land der Widersprüche: Die Türkei demokratisiert sich und schränkt gleichzeitig die Pressefreiheit ein

  1. Das Interview mit Herrn Karakas wurde 2011 geführt. Was hat sich seitdem geändert?

    – Ministerpräsident Erdogan hat den Armeniern, die im ersten Weltkrieg ihre Familienmitglieder verloren haben, sein Beileid ausgesprochen.

    – Es gibt weiterhin Vorwürfe der mangelnden Pressefreiheit. Leider findet hier kein Umdenken statt.

    – Man weiß mittlerweile, dass Journalisten aktiv bei Bespitzelungenaktionen beteiligt waren und dass sie der Gülen-Bewegung zugeordnet werden können. Die Verhaftungen der Journalisten rücken damit eher ins „gerechte“ Licht.

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