Kinder sind die Zeitungsleser von morgen

Logo, Lilliputz und Kakadu – Nachrichten für Kinder. Neben Radio und Fernsehen existieren zahlreiche Nachrichtenangebote für Kinder noch im Internet.
Das Kind als Zielgruppe. Aufbereiten und Anbieten kindgerechter Nachrichten nimmt an Bedeutung zu. Auch deutsche Zeitungen folgen kontinuierlich diesem Trend. Dies bestätigte eine Chefredakteursbefragung von 157 Verlagen. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Jahr 2006 durchgeführt.
Etwa drei Viertel der Verlage geben an, redaktionelle Angebote für Kinder im Blatt zu haben. Alleine in den Jahren von 2001 bis 2007 ist das Angebot an kompletten Kinderseiten bei Zeitungen um etwa ein Drittel gestiegen, wie der BDZV berichtet.
So spielen auch zunehmend Presseagenturen auf dem Markt für Kindernachrichten eine Rolle. Eine Presseagentur, die ausschließlich Nachrichten für Kinder produziert ist die Bremer Agentur für Kindermedien. Inhaberin und Chefredakteurin ist Dr. Judith Roth. Sie hat mit Hilfe von Journalisten, Medienwissenschaftlern und Pädagogen die Nachrichten für ihr Produkt „Klaro-Safaro“ entwickelt.
Tanja Lammerding sprach mit Frau Dr. Roth über ihre Arbeit.

Über den richtigen Umgang mit Quellen

„Sein bester Abschluss“, so lautet der Titel eines Artikels, der 1993 im Stern erschienen ist. Dieser Text zwang den damaligen IG-Metall Vorsitzenden Franz Steinkühler zum Rücktritt. Der Journalist Michael Backhaus hatte in seinem Artikel aufgedeckt, dass Steinkühler mit krummen Aktiengeschäften Geld verdiente. Eine anonyme Quelle hatte Backhaus von den Machenschaften des IG-Metallchefs erzählt. Eine Quelle, die es zu schützen galt, denn Steinkühler versuchte den Informanten ausfindig zu machen. Journalist Backhaus hat seine Pflicht gegenüber der Quelle erfüllt. – Bis heute ist nicht bekannt, wer der Informant war.
Quellen auszuplaudern ist tabu. Im Fall Backhaus zum Schutz des Informanten. Doch auch über ihre Recherchewege sprechen Journalisten nicht gerne. Dabei können gerade angehende Journalisten viel von ihren erfahrenen Kollegen lernen.

Auf der Fachkonferenz „Menschen und Papier – Quellen finden und öffnen“ brach der Interessenverband investigativ arbeitender Journalisten, Netzwerk Recherche e.V., das Schweigen. Wiebke Harms sprach mit Thomas Schnedler, Mitorganisator der Konferenz, über den Umgang mit Quellen.

Weitere Informationen finden Sie im Fachjournalist Heft 2/2009: Wie Journalisten Quellen finden und öffnen von Thomas Schnedler.

Medienberufler sind gemeinsam stark in der Genossenschaft

„Einer für alle und alle für einen“ – das ist die alte Idee der Genossenschaften. Besonders in Krisenzeiten werden solche Ideale wieder aktuell. Warum? Weil in der Genossenschaft die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt wird und in keiner anderen Unternehmensform individuelle Stärken so passend zusammengeführt werden. Eine Tatsache, die auch für freie Journalisten und andere selbstständige Medienberufler interessant ist.
Über Genossenschaften als Gründungs-Idee spricht Stefan Hubbeling mit Ute Delimat, Pressereferentin des Genossenschaftsverbandes.
Den Text Kontakt halten von Ute Delimat lesen Sie im Fachjournalist Heft 2/2009.

Weitere Informationen zur Gründung von Genossenschaften finden Sie auf dem GenoPortal.

Spannungsfeld Journalismus und Werbung

Zwei Drittel der Printmedien finanzieren sich heute – je nach Genre – durch Anzeigen. Dabei ist die Anzeigenwerbung schon lange eine Zweckallianz zwischen Unternehmen und Verlegern: Seit über 150 Jahren floriert der Markt. Anfang des 20ten Jahrhunderts professionalisierte sich sogar die Werbung gleichzeitig mit dem Journalismus. Vor diesem Hintergrund wird gerne spekuliert, ob zahlungskräftige Werbekunden Einfluss auf die Inhalte einer Zeitung nehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es jedoch kaum.
Der Kommunikationswissenschaftler Nils Andresen untersuchte Artikel des Spiegels und der Süddeutschen Zeitung darauf, ob und in welchem Ausmaß deren Anzeigenkunden Einfluss auf die redaktionellen Beiträge haben. Damit machte er erste wissenschaftliche Schritte auf der nahezu weißen Landkarte dieses Forschungsbereichs.

Friederike Schwabel sprach mit Nils Andresen, dessen Beitrag Der Einfluss von Anzeigenkunden auf die redaktionelle Berichterstattung in der Qualitätspresse im Fachjournalist Heft 4/2008 zu lesen ist.