Die Reportage: Eine Liebeserklärung

Ein „Kino im Kopf“ soll sie erzeugen, sinnlich und subjektiv, aber nicht wertend sein, ein Stück der Welt genauer erklären, es „fühlbar“ machen – die Reportage gilt als Königsdisziplin des Journalismus. Gleichzeitig wird ihr aber auch mit Misstrauen begegnet, der Bericht gilt oft als die ernsthaftere Form der Auseinandersetzung mit einem Thema. Deshalb, und weil sie Aufwand, Platz und Geld erfordert, handelt es sich bei der Reportage um eine vernachlässigte Stilform. Bedauerlicherweise – findet zumindest Ulrich Gineiger.

Im Gespräch mit Leonie Feuerbach erklärt der Reporter und Moderator Ulrich Gineiger, was die Reportage so einzigartig macht, wann sie am besten zum Einsatz kommt und was das Besondere an Reportagen fürs Hören ist.

„Die eigene Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen“ – Journalistische Darstellung technischer Innovationen

Gelungene Berichte über Innovationen fordern Journalisten einiges ab. Neben gründlicher Recherche zu den technischen Hintergründen, sind auch die Einflüsse auf sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene im Blick zu behalten. Darüber hinaus ist häufig eine intime Kenntnis der Materie aus eigener Erfahrung nötig, um Authentizität zu garantieren.
Der Journalist und Moderator Franz Alt hat sich auf das Spezialgebiet der erneuerbaren Energien konzentriert. Er ist der Ansicht, dass Journalisten mehr Lust auf die Zukunft haben sollten.
Im Interview mit Martin Lehmann-Waldau erklärt Franz Alt, wie der Umgang mit neuen Technologien journalistisch gelingt und welche Probleme sich stellen.

Mehr zu Franz Alt und der Solarenergie finden Sie auf www.sonnenseite.com

Crossmedia: Mehrarbeit mit Mehrwert

Das Internet wird nicht mehr verschwinden. Journalisten müssen sich darauf einstellen, denn das Netz wird ihre Arbeit dauerhaft beeinflussen. Das weiß auch Denise Peikert, sie ist seit Oktober 2010 Schülerin der Deutschen Journalistenschule in München und Chefredakteurin des Lehrmagazins Hive. Hive gibt es zwar auch als gedrucktes Magazin, es versteht sich aber als „Medium für die digitale Gesellschaft“ und präsentiert sich entsprechend – hauptsächlich online. Auf der Internetseite stehen meist nicht nur die blanken Artikel, sie werden multimedial aufbereitet mit Audio- und Videoelementen. Die jungen Journalisten bauen dafür nicht nur Slide-Shows, sondern werden systematisch auf crossmediales Arbeiten im Internet vorbereitet. Denn an der Deutschen Journalistenschule gilt das Motto: „Online is always“.

Denise Peikert erklärt im Interview, wie crossmediales Arbeiten in der Praxis aussieht, was das für die Ausbildung der Journalistenschüler bedeutet und warum sich der Mehraufwand lohnt. Mit ihr sprach Sara Schurmann.

Mehr zum Thema crossmediales Arbeiten finden Sie auch in der Oktoberausgabe des Fachjournalist.

Crowdfunding – Finanzierungsmodell für journalistische Projekte?

Eine im Journalismus immer wiederkehrende Frage ist: Wie können aufwändige Projekte finanziert werden? Eine neue Möglichkeit bietet die Internet-Community, die kreative Projekte über Crowdfunding finanzieren könnte.

Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien weist in einer Studie aus dem Sommer 2011 nach: Viel Öffentlichkeitsarbeit hilft viel. Wenn Medien (Print, Radio oder Online) über ein Crowdfunding-Projekt berichten, ist die Chance auf die erfolgreiche Finanzierung besonders gut. So scheint sich dieser Ansatz zu einer großen Chance für die Finanzierung journalistischer Arbeit zu entwickeln.

Doch was ist Crowdfunding eigentlich? Wie funktioniert dieser Ansatz? Joachim Fulda sprach mit der Publizistin Dr. Andrea Kamphuis, die über Crowdfunding im Frühjahr 2011 8000 Euro einwarb, um ein populärwissenschaftliches Sachbuch über Autoimmunerkrankungen zu schreiben.

Am 25. Oktober 2011 veranstalte der Deutsche Fachjournalisten-Verband im Rahmen seines neuen Veranstaltungsformates dfjv:konnekt eine Podiumsdiskussion zum Thema „Crowdfunding – Finanzierungsmodell für freie Journalisten und Fotografen (-netzwerke)?“. Zum Videomitschnitt der Veranstaltung gelangen Sie hier, zur Fotogalerie hier.

Einen lesenswerten Beitrag der Interviewpartnerin Dr. Andrea Kamphuis zum Verständnis von Crowds als dynamisch strukturierter Netzwerke denn als anonyme Massen finden Sie hier.

„Das gute Bild zeigt mehr“: Grundlagen des Fotografierens für Fachjournalisten

Qualitativ hochwertiges Fotografieren ist kein Hexenwerk. Und doch werden häufig die Grundlagen dieser Kunst nicht angewendet. Gerade in den schnelllebigen Online-Medien werden Fotos gerne als buntes Beiwerk behandelt. Das aber kann dem Autoren mehr schaden als nützen. Ein starker Text verliert durch ein schwaches Bild an Eindruck.

Fachjournalisten liefern oft ein Gesamtprodukt aus Text und Bild und sind dabei selten professionelle Fotografen. Was sind die Eckpunkte um in dieser Situation zu einem Bild zu kommen, das dem eigenen Gesamtprodukt in der Qualität entspricht? Was macht ein gutes Bild eigentlich aus? Wie kann ich meine fotografischen Fähigkeiten optimieren?

Martin Lehmann-Waldau sprach darüber mit Boris Wienholz. Er ist der Geschäftsführer der Foto Media Akademie in Mannheim und Veranstalter zahlreicher Workshops von Fotografen für Fotografen.

Übrigens: Zum Thema „Fotorecht“, das heißt zu rechtlichen Fragen der Bildbeschaffung, den Rechten des Fotografen beim Verkauf von Bildern und zur Veröffentlichung von Fotos, hat der Deutsche Fachjournalisten-Verband jüngst einen Praxisleitfaden herausgegeben, der hier kostenlos downloadbar ist.

Land der Widersprüche: Die Türkei demokratisiert sich und schränkt gleichzeitig die Pressefreiheit ein

Besserer Datenschutz, ausgebaute Rechte für Frauen und Kinder, weniger Macht für die Militärgerichte und mehr fürs Parlament: Die letzte Verfassungsänderung in der Türkei hat viele Verbesserungen gebracht; wie auch verschiedene Reformen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses zuvor. Verschlechtert hat sich in der Türkei aber die Situation der Presse. Die Verfassung schränkt schon immer die Pressefreiheit ein; in jüngster Zeit kam es außerdem zu einer Verhaftungswelle gegen kritische Journalisten.

Hierüber spricht Leonie Feuerbach mit Cemal Karakas. Karakas ist 1973 in der Türkei geboren und studierte in Deutschland Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Germanistik. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er publiziert unter anderem zum EU-Türkei-Verhältnis und zum politischen Islam in der Türkei.

Der Medienmarkt in Osteuropa: Wirklich frei?

Sind Osteuropas Medien frei? Ungarns neues Mediengesetz wird kritisiert. Nach dem Mord an Anna Politkovskaja sprechen Menschenrechtler in Russland von einer Sowjetisierung der Medienlandschaft.

Doch Osteuropa besteht auch aus anderen Ländern. In Polen oder Tschechien hat sich nach 1989 eine vielfältige Medienlandschaft entwickelt. Dennoch: Der Markt wird von vielen Journalisten als neue Existenzgefährdung gesehen, er führe zu Uniformität und Boulevardisierung der Berichterstattung.

Das Engagement westeuropäischer Medienkonzerne wie der WAZ-Mediengruppe wird ebenfalls kritisiert. Diese sähen nur auf die Bilanzen und weniger auf die Bedeutung kritischer Medien für die Entwicklung funktionierender demokratischer Gesellschaften.

Marc Stegherr, Dozent für Landeskunde Südosteuropa an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, veröffentlichte 2010/2011 zusammen mit Kerstin Liesem eine Analyse der osteuropäischen Medien im Transformationsprozess nach 1989.

Lesen Sie dazu im Fachjournalist Heft 1/2011 den Text Zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Dr. Marc Stegherr.

Eine Buchbesprechung von Joachim Fulda finden Sie auf dem Blog für Menschenrechte.

Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten – ein Muss?

Wer in Deutschland das Radio andreht, ist an eine rundfunktaugliche, fehlerfreie Aussprache und eine dem Format entsprechende Sprechmelodie gewöhnt.

Moderatoren und Radiojournalisten sprechen beim ersten Hinhören ein genormtes, rundfunktaugliches Hochdeutsch. Bei genauerer Betrachtung werden jedoch viele Qualitätsunterschiede hörbar, je nach Sender oder Format. Trotzdem sind die Anforderungen an Journalisten, die beim Radio arbeiten wollen, gestiegen.

Sprechkompetenz wird oft vom ersten Augenblick an erwartet. Nicht nur von Radiojournalisten, die „on air“ gehen wollen, sondern auch von freien Journalisten, die z.B. Features erstellen.

Aber: Muss eine Sprechausbildung sein, wenn man fürs Radio arbeiten will? Wieviel Zeit muss in Sprechtraining investiert werden und kann jeder, der will, rundfunktaugliches Sprechen erlernen?

Zur Relevanz von Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten hören Sie einen Beitrag von Friederike Schwabel. Moderation Peter Schulz.

Mehr Informationen über die Stimmtrainerin Anne Feuker finden Sie unter: http://www.vocalis-sprechtraining.de/4.html

Was leistet das Netz?

Am 29. Oktober 2010 fand in Berlin der 5. Deutsche Fachjournalisten-Kongress statt. Eine Veranstaltung, die der Deutsche Fachjournalisten-Verband jährlich ausrichtet.

Der Deutsche Fachjournalisten-Kongress 2010 gab Denkanstöße für Journalisten im Zeitalter des Web 2.0. In Podiumsdiskussionen und Fachforen diskutierten Redakteure von Online-Medien wie tagesschau.de und SPIEGEL ONLINE über den Wandel des Journalismus in Zeiten von Blogs, facebook und twitter.
Dabei war die zentrale Frage des Kongresses: Was leistet das Netz?

Die Redaktion des Fachjournalist-Podcast war für Sie dabei. Sie hören einen Beitrag von  Beate Schulz, Joachim Fulda, Hermann Tydecks,
Martin Lehmann-Waldau.

Verarmt die deutsche Sprache?

Service-Point, Wellness-Weekend, downloaden und updaten – Begriffe dieser Art sind für Teile der deutschen Bevölkerung das Normalste der Welt. Was für den einen cool und modern klingt, ruft bei dem anderen ein eher befremdliches Gefühl hervor. Eines ist dabei klar: Wer über keine oder nur minimale Englisch-Kenntnisse verfügt, ist raus. Raus aus der Welt des Denglischen, das sich schon längst in unserem Wortschatz eingeschlichen hat und in den Medien verbreitet wird. Aber was genau passiert mit der deutschen Sprache? Ob sie schon bald ganz verschwunden sein wird, warum die Deutschen ihre Sprache nicht schützen und was die deutsche Sprache eigentlich so wertvoll macht, darüber hat unsere Reporterin Carolin Winterholler mit der freien Journalistin und Übersetzerin für Französisch und Spanisch Birgit Stolz gesprochen.

Den Artikel Ist die deutsche Sprache noch zu retten? von Birgit Stolz lesen Sie im Fachjournalist Heft 3/2009.