„Diese Bilder werden den Krieg nicht beenden“

Sie leben an der Seite von Soldaten, spüren Mut und Angst, robben durch den Schlamm und erleben das Grauen des Krieges aus nächster Nähe. Viele von Ihnen sterben. Ihre Hände halten keine Waffen, sondern einen Bleistift oder die Kamera.
Damit prägen Kriegsberichterstatter seit dem frühen 20. Jahrhundert das Bild der kriegerischen Konflikte.
Aber Kriegsberichterstatter leben gefährlich. Wie sieht der Alltag eines Kriegsberichterstatters aus? Welche Arbeitsbedingungen findet er vor, welchen Gefahren ist er ausgesetzt und was sind seine Motive?

Hören Sie dazu einen Beitrag von Peter Schulz über die Arbeit von Peter van Agtmael.
Moderation Friederike Schwabel. Das Voiceover sprach Mario Weber.

Mehr über Peter van Agtmael und seine Bilder erfahren Sie unter:
www.petervanagtmael.com und www.magnumphotos.com

Lesen Sie auch den Text im Fachjournalist Heft3/2010: Vom Politikredakteur zum Kriegsberichterstatter

Die wunderbare Welt des Podcasting

Podcasting bezeichnet das Produzieren und Anbieten von abonnierbaren Audio- und Videobeiträgen im Internet. Man kann Podcasts verstehen als kleine Radiosendungen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen. Sie können immer und überall gehört werden: Beim Jogggen, Einkaufen oder bei der täglichen U-Bahn-Fahrt ins Büro.
Den Begriff Podcast erfand Ben Hammersby 2003. Er bürgerte sich schnell ein und 2005 verhalf die Firma Apple dem Podcast zum Durchbruch: Ihr tragbarer MP3-Player und die bereits weit verbreitete Software iTunes ermöglichte es vielen Menschen, Podcasts komfortabel zu hören und zu abonnieren.

Einer der ersten deutschen Podcaster ist Thomas Wanhoff. Seit 2005 produziert er wöchentlich Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft und präsentiert seinen Hörerinnen und Hörern leicht verständlich aufbereitete Wissenschaftsthemen. Er schrieb für den Fachjournalist Heft 4/2006 den Artikel Siegeszug des Podcasts.

Joachim Fulda sprach für diese Episode mit Thomas Wanhoff und fragte, ob sich der Siegeszug fortgesetzt habe.

Finanzierung von Qualitätsjournalismus im Internet

Was machen Merkel und Co? Wie geht es der Wirtschaft? Was passiert in der Welt? Solche und ähnliche Fragen sind schnell beantwortet mit einem Blick ins Internet. Die Online-Ausgaben der Tageszeitungen und Magazine bieten Bilder, Nachrichten und ausführliche Artikel. Und das alles kostenlos. Aber wer bezahlt die journalistische Arbeit, die in den Artikeln und Nachrichten steckt? – Besonders in Zeiten sinkender Werbeeinnahmen.

Über zukünftige Finanzierungsmodelle im Internet sprach Christine Weingarten mit Leif Kramp. Er ist Dozent für den Studiengang Journalistik an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg. Zusammen mit Prof. Dr. Stephan Weichert erforscht er die Zukunft des Qualitätsjournalismus. Im Herbst 2010 erscheinen dazu die Bände „Wozu noch Journalismus?“ und „Digitale Mediapolis. Die neue Öffentlichkeit im Internet.“

Terroranschläge in den Medien

Stellen Sie sich vor, ein Terroranschlag wird verübt – und niemand erfährt davon. Anschläge sind nur deshalb so effektiv, weil Medien über sie berichten. Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet multiplizieren ihre verheerende, jedoch meist lokal begrenzte Wirkung.

Wird in den Medien zu viel über Terroranschläge berichtet und den Terroristen so zu viel Macht gegeben? Oder erhalten Bürger gar zu wenige Informationen, um den Hintergrund der Konflikte richtig einschätzen könnte?

Darüber sprach Leonie Feuerbach für Sie mit Michael Clasen. Er ist Politikredakteur bei der neuen Osnabrücker Zeitung und bereiste über ein Dutzend Mal Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten. Seine Eindrücke, insbesondere aus dem Irak und aus Afghanistan, hielt der Journalist in seinem Buch fest: „Der Fluch des langen Krieges: Wie Osama bin Laden den Westen zu besiegen droht“. Im Auftrag des afghanischen Wirtschaftsministeriums verfasste Clasen Mitte 2006 die Studie „Wie der Westen die neue Freiheit Afghanistans (nicht) verspielt“. 2007 war er Mitbegründer der „Luftbrücke Irak“, die junge Terroropfer nach Deutschland einfliegt, um sie medizinisch zu versorgen.

Mehr über Michael Clasen lesen Sie im Fachjournalist Heft3/2010: Vom Politikredakteur zum Kriegsberichterstatter

Wissenschaft im Web 2.0

Sie haben so vielversprechende Namen wie Astrodicticum Simplex, Zeittaucher oder Alles was fliegt. Bei den ScienceBlogs schreiben Wissenschaftler – darunter Planetologen, Mathematiker und Biologen – sowie Journalisten unterhaltsam und für alle verständlich zu Themen, die sie bewegen. Sie präsentieren, kommentieren und diskutieren. Die Überschreitung von Fächergrenzen und das Stellen „dummer“ Fragen ist dabei ausdrücklich erlaubt. So entsteht ein reger Austausch zwischen Wissenschaftlern, Journalisten und interessierten Laien.

Nadine Flerlage sprach mit Marc Scheloske, dem leitenden Redakteur von ScienceBlogs, über die ScienceBlogs.

Sie hören eine Podcastepisode von Kirsten Greve und Nadine Flerlage.

Fairness und Glaubwürdigkeit im Radio

Eigentlich sollten viele Arbeitsweisen im Radio selbstverständlich sein: Zum Beispiel, es wird nichts vorgegaukelt, was nicht tatsächlich so ist oder was nicht live ist, wird auch nicht als live verkauft.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – könnte man denken. Jedoch sieht der Arbeitsalltag in vielen Radioredaktionen anders aus. Dort wird gerne mal bei Gewinnspielen gemogelt oder ein PR-Beitrag im redaktionellen Programm gespielt.

Um an dieser Situation etwas zu ändern, haben sich bereits 2007 Vertreter aus privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk zu der Initiative „Fair Radio“ zusammengeschlossen und Leitlinien entwickelt, die einer Art Pressekodex für das Radio gleichen.

Unsere Reporterin Angela Niggemeyer sprach mit Professorin Barbara Witte, Leiterin des Studiengangs Fachjournalistik an der Hochschule Bremen, und bat sie jetzt – rund drei Jahre später – um eine Einschätzung der Lage in der deutschen Radio-Landschaft.

Mehr zum Thema lesen Sie im Fachjournalist Heft 4/2008 in dem Artikel Fair Radio von Sandra Müller.

Das Geheimnis des guten Schreibstils

Unterschiedliche Textarten findet man überall und für jeden denkbaren Zweck. Ob im Internet, in der Zeitung oder in der U-Bahn – Texte sind allgegenwärtig. Doch was genau ist eigentlich ein journalistischer Text? Und wie unterscheidet er sich von Pressetexten, wissenschaftlichen Texten, literarischen Texten oder Werbetexten? Auch die journalistischen Texte sind keineswegs alle gleichartig. Wer die Artikel aus der Bild-Zeitung mit jenen aus dem SPIEGEL vergleicht, merkt das schnell.
Vielen Journalisten wird das Kompliment gemacht, sie hätten eine „gute Schreibe“ oder ein „tolles Sprachgefühl“. Wie kann man sich aber einen „guten Schreibstil“ aneignen? In der Praxis trifft man häufig angehende Journalisten oder auch ausgebildete Fachjournalisten, die ein enormes Wissen in ihrem Fachgebiet haben – aber Probleme beim Schreiben von journalistischen Texten. Überraschend ist das nicht. Hochschulabsolventen lernen jahrelang das Anfertigen von wissenschaftlichen Texten. Wo liegt also das Geheimnis des guten Schreibstils und wie kann man ihn erlernen?

Hermann Tydecks spricht mit einer Expertin, die es wissen muss. Gabriele Hooffacker ist langjährige Journalistin, Autorin zahlreicher Veröffentlichungen und Gründerin der Journalistenakademie in München.

Verarmt die deutsche Sprache?

Service-Point, Wellness-Weekend, downloaden und updaten – Begriffe dieser Art sind für Teile der deutschen Bevölkerung das Normalste der Welt. Was für den einen cool und modern klingt, ruft bei dem anderen ein eher befremdliches Gefühl hervor. Eines ist dabei klar: Wer über keine oder nur minimale Englisch-Kenntnisse verfügt, ist raus. Raus aus der Welt des Denglischen, das sich schon längst in unserem Wortschatz eingeschlichen hat und in den Medien verbreitet wird. Aber was genau passiert mit der deutschen Sprache? Ob sie schon bald ganz verschwunden sein wird, warum die Deutschen ihre Sprache nicht schützen und was die deutsche Sprache eigentlich so wertvoll macht, darüber hat unsere Reporterin Carolin Winterholler mit der freien Journalistin und Übersetzerin für Französisch und Spanisch Birgit Stolz gesprochen.

Den Artikel Ist die deutsche Sprache noch zu retten? von Birgit Stolz lesen Sie im Fachjournalist Heft 3/2009.

Kinder sind die Zeitungsleser von morgen

Logo, Lilliputz und Kakadu – Nachrichten für Kinder. Neben Radio und Fernsehen existieren zahlreiche Nachrichtenangebote für Kinder noch im Internet.
Das Kind als Zielgruppe. Aufbereiten und Anbieten kindgerechter Nachrichten nimmt an Bedeutung zu. Auch deutsche Zeitungen folgen kontinuierlich diesem Trend. Dies bestätigte eine Chefredakteursbefragung von 157 Verlagen. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Jahr 2006 durchgeführt.
Etwa drei Viertel der Verlage geben an, redaktionelle Angebote für Kinder im Blatt zu haben. Alleine in den Jahren von 2001 bis 2007 ist das Angebot an kompletten Kinderseiten bei Zeitungen um etwa ein Drittel gestiegen, wie der BDZV berichtet.
So spielen auch zunehmend Presseagenturen auf dem Markt für Kindernachrichten eine Rolle. Eine Presseagentur, die ausschließlich Nachrichten für Kinder produziert ist die Bremer Agentur für Kindermedien. Inhaberin und Chefredakteurin ist Dr. Judith Roth. Sie hat mit Hilfe von Journalisten, Medienwissenschaftlern und Pädagogen die Nachrichten für ihr Produkt „Klaro-Safaro“ entwickelt.
Tanja Lammerding sprach mit Frau Dr. Roth über ihre Arbeit.

Über den richtigen Umgang mit Quellen

„Sein bester Abschluss“, so lautet der Titel eines Artikels, der 1993 im Stern erschienen ist. Dieser Text zwang den damaligen IG-Metall Vorsitzenden Franz Steinkühler zum Rücktritt. Der Journalist Michael Backhaus hatte in seinem Artikel aufgedeckt, dass Steinkühler mit krummen Aktiengeschäften Geld verdiente. Eine anonyme Quelle hatte Backhaus von den Machenschaften des IG-Metallchefs erzählt. Eine Quelle, die es zu schützen galt, denn Steinkühler versuchte den Informanten ausfindig zu machen. Journalist Backhaus hat seine Pflicht gegenüber der Quelle erfüllt. – Bis heute ist nicht bekannt, wer der Informant war.
Quellen auszuplaudern ist tabu. Im Fall Backhaus zum Schutz des Informanten. Doch auch über ihre Recherchewege sprechen Journalisten nicht gerne. Dabei können gerade angehende Journalisten viel von ihren erfahrenen Kollegen lernen.

Auf der Fachkonferenz „Menschen und Papier – Quellen finden und öffnen“ brach der Interessenverband investigativ arbeitender Journalisten, Netzwerk Recherche e.V., das Schweigen. Wiebke Harms sprach mit Thomas Schnedler, Mitorganisator der Konferenz, über den Umgang mit Quellen.

Weitere Informationen finden Sie im Fachjournalist Heft 2/2009: Wie Journalisten Quellen finden und öffnen von Thomas Schnedler.