Transparent, authentisch, anschaulich: das Genre Comic-Journalismus

Es begann 1993 mit den Werken des Amerikaners Joe Sacco, seit einigen Jahren begegnen sie uns immer häufiger: Comic-Reportagen, die sich relevanten Themen mit Aktualitätswert in aller Tiefe widmen und sie statt in schriftlicher Form in grafischen Sequenzen erzählen. In Zeiten des digitalen Medienwandels ist dieses Genre des Comic-Journalismus ein überraschendes Phänomen – schließlich erfordert die Produktion einer grafischen Reportage viel Zeitaufwand und Hingabe zum Detail. Dennoch wagen sich immer mehr Journalisten und Illustratoren an dieses Genre, etwa der Schweizer Karikaturist Patrick Chappatte, der 2011 sein Werk Death in the Field über die Folgen des Libanon-Krieges veröffentlichte, oder der britische Journalist Dan Archer, der 2013 mithilfe einer Kickstarter-Kampagne seine Reportage Voices of Nepal zum Thema Menschenhandel produzierte.

Und selbst in Deutschland, wo Comic bzw. Graphic Novels lange um den Status als seriöse Erzählform kämpfen mussten, sind inzwischen Comic-Reportagen erschienen: 2015 tat sich der Journalist und CORRECT!V-Gründer David Schraven mit dem Illustrator Jan Feindt für Weisse Wölfe zusammen, eine grafische Erzählung über das rechtsradikale Milieu in Dortmund. Seit Kurzem hat CORRECT!V sogar zwei Fellowships für ZeichnerInnen ausgeschrieben, um weitere Comic-Reportagen umzusetzen.

Über die Chancen und Perspektiven dieses jungen Genres sprach Dobrila Kontić mit Prof. Dr. Wibke Weber, die seit einigen Jahren an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Phänomen Comic-Journalismus forscht.

Prof. Dr. Wibke Weber war lange Jahre als Redakteurin tätig, u. a. beim Hessischen Rundfunk und bei Hubert Burda Media. 2001 wurde sie Professorin für Informationsdesign an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Seit 2014 forscht und lehrt sie am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaften der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören u. a. Visual Storytelling, Infografiken und Comic-Journalismus.

Geschlechterverhältnis: Über die Präsenz von Frauen in den Nachrichten

Wie viele Frauen machen in Deutschland eigentlich Nachrichten? Und wie sichtbar sind sie als Thema der deutschen „News“? Das Global Media Monitoring Project, kurz GMMP, will längerfristige Antworten auf diese Fragen geben. Das Medienbeobachtungs-Projekt erhebt dazu seit 1995 weltweit alle fünf Jahre die Zahl der Frauen, von denen in Nachrichten zu sehen, zu hören oder zu lesen ist.

Auch Deutschland beteiligt sich an der Medienbeobachtung seit deren Anfängen. Die Koordination der Erhebung obliegt hierzulande dem Journalistinnenbund, ein Netzwerk von in den Medien arbeitenden Frauen. Über das Projekt und die aktuellen Ergebnisse für Deutschland sprach Friederike Schwabel mit der Koordinatorin Birgitta M. Schulte.

Redaktionsblogs – eine Chance für Printmedien?

Blogs erfreuen sich im digitalen Zeitalter zunehmender Beliebtheit. Das scheinen auch etablierte Medien wie die „Zeit“ oder die „Süddeutsche Zeitung“ erkannt zu haben, die mittlerweile – neben dem klassischen Onlineauftritt – auch eigene Redaktionsblogs betreiben.

Blogs sind für Printmedien eine zukunftsorientierte Option, um sich den Bedürfnissen der Leser anzupassen. Nicht immer müssen Blogs mit den klassischen Printmedien konkurrieren. Oft lohnt es sich, beides zu nutzen – sowohl für die Leser als auch für die Redaktionen.

Eva-Maria Hartmann spricht darüber, warum Blogs so beliebt sind und welche Optionen sie für Printmedien darstellen.

Ein Ranking der erfolgreichsten deutschsprachigen Blogs finden Sie in den Deutschen Blogcharts.

Expertise, Flexibilität, crossmediale Kompetenz: Wegweiser durch die Medienkrise

Der Qualitätsjournalismus steckt in der Krise. Und das nicht erst seit heute. Das „Aus“ von „Financial Times“ und die Entwicklungen bei „Frankfurter Rundschau“, dapd und der “Westfälischen Rundschau“ haben die Debatte um die Zukunft der Branche verstärkt.

Was bedeutet diese Entwicklung für Fachjournalisten? Gibt es noch „sichere“ Ressorts, die eine Spezialisierung sinnvoll erscheinen lassen? Inwieweit wird das Internet weiterhin den Markt verändern und wie können Fachjournalisten auf die sich wandelnden Anforderungen reagieren?

Im Jahr 2010 ist eine vom Deutschen Fachjournalisten-Verband geförderte Studie zu den Rahmenbedingungen von Qualitätsjournalismus in strukturellen und konjunkturellen Krisenzeiten erschienen.

Friederike Schwabel sprach mit dem Leiter der Studie, Klaus Beck, Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Leiter der Arbeitsstelle Kommunikationspolitik/Medienökonomie an der Freien Universität Berlin darüber, wie die Branche sich verändert und wie Fachjournalisten sich in dem schwierigen Markt positionieren können.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der oben genannten Studie ist unter dem Titel „Quo vadis journalistische Qualität?“ im Fachjournalist erschienen.