Einloggen für „log in“ – die interaktive Talkshow

Alle reden vom interaktiven Fernsehen, doch nur wenige Sendungen binden ihr Publikum tatsächlich aktiv mit ein. „log in“ ist so eine Sendung. In anderen Talkshows sitzen die aktivsten Diskussionsteilnehmer im Fernsehstudio. Bei „log in“ hingegen gestalten die Zuschauer die Sendung online mit. Ob via Facebook, Twitter oder Live-Chat im Blog von „log in“: Die User-Kommentare sind nicht nur schmückendes Beiwerk zum Gespräch, sondern bestimmen den Verlauf der Diskussion maßgeblich mit.

Seit der Erstausstrahlung am 23. November 2010 moderiert Wolf-Christian Ulrich die Sendung auf ZDFinfo. Jeden Mittwoch diskutiert der TV-Journalist crossmedial mit seinen Gästen und dem Publikum über Gesellschafts- und Politikthemen. Im Gespräch mit Christine Weingarten erklärt er, wie „log in“ funktioniert und wie die Idee vom interaktiven Fernsehen die Sendung prägt.

„log in“ – immer mittwochs um 21 Uhr auf ZDFinfo und im Livestream der Sendung auf blog.zdf.de/zdflogin.

Interview: Christine Weingarten, Redaktion: Ricarda Terjung und Christine Weingarten.

Terroranschläge in den Medien

Stellen Sie sich vor, ein Terroranschlag wird verübt – und niemand erfährt davon. Anschläge sind nur deshalb so effektiv, weil Medien über sie berichten. Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet multiplizieren ihre verheerende, jedoch meist lokal begrenzte Wirkung.

Wird in den Medien zu viel über Terroranschläge berichtet und den Terroristen so zu viel Macht gegeben? Oder erhalten Bürger gar zu wenige Informationen, um den Hintergrund der Konflikte richtig einschätzen könnte?

Darüber sprach Leonie Feuerbach für Sie mit Michael Clasen. Er ist Politikredakteur bei der neuen Osnabrücker Zeitung und bereiste über ein Dutzend Mal Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten. Seine Eindrücke, insbesondere aus dem Irak und aus Afghanistan, hielt der Journalist in seinem Buch fest: „Der Fluch des langen Krieges: Wie Osama bin Laden den Westen zu besiegen droht“. Im Auftrag des afghanischen Wirtschaftsministeriums verfasste Clasen Mitte 2006 die Studie „Wie der Westen die neue Freiheit Afghanistans (nicht) verspielt“. 2007 war er Mitbegründer der „Luftbrücke Irak“, die junge Terroropfer nach Deutschland einfliegt, um sie medizinisch zu versorgen.

Mehr über Michael Clasen lesen Sie im Fachjournalist Heft3/2010: Vom Politikredakteur zum Kriegsberichterstatter

Politikjournalismus: Ein Spannungsfeld zwischen Politikern und Journalisten

Einerseits werden die Journalisten von Politikern als „Meute“ beschimpft, wenn sie scheinbar die Macht haben, diese aus dem Amt zu schreiben. Andererseits konstatieren langjährige Berlin-Korrespondenten, dass tief gehende Analysen in den Redaktionen nicht mehr gewollt seien. Lutz Hachmeister, früherer Direktor des Grimme-Institutes beklagt eine angeblich ungute Mischung aus „journalistischer Behäbigkeit und schriller Themenpublizistik“. Sind Journalisten nun „Strippenzieher“ im politischen Spiel oder „Meute“ auf der Jagd nach O-Tönen? Welchen Zwängen, welchen Versuchungen sehen sich Politikjournalisten ausgesetzt?

Joachim Fulda spricht mit Thomas Dreesen vom Deutschen Fachjournalistenverband über das nicht immer einfache Verhältnis von Politikern und Journalisten.

Der Artikel Einblicke in den Politikjournalismus im Fachjournalist Heft 10/2004 bietet weitere Informationen.