Geschlechterverhältnis: Über die Präsenz von Frauen in den Nachrichten

Wie viele Frauen machen in Deutschland eigentlich Nachrichten? Und wie sichtbar sind sie als Thema der deutschen „News“? Das Global Media Monitoring Project, kurz GMMP, will längerfristige Antworten auf diese Fragen geben. Das Medienbeobachtungs-Projekt erhebt dazu seit 1995 weltweit alle fünf Jahre die Zahl der Frauen, von denen in Nachrichten zu sehen, zu hören oder zu lesen ist.

Auch Deutschland beteiligt sich an der Medienbeobachtung seit deren Anfängen. Die Koordination der Erhebung obliegt hierzulande dem Journalistinnenbund, ein Netzwerk von in den Medien arbeitenden Frauen. Über das Projekt und die aktuellen Ergebnisse für Deutschland sprach Friederike Schwabel mit der Koordinatorin Birgitta M. Schulte.

Freie Radios

Denkt man an Radio, fallen einem Deutschlandradio, Lokalradios oder Musiksender ein. Aber neben den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gibt es noch eine dritte, kaum wahrgenommene Kategorie: die freien Radios. Die circa 30 stark lokal ausgerichteten Stationen bieten eine ganz andere Art von Programmen und haben sich, obwohl sie nicht-kommerziell arbeiten, fest in ihrem Umfeld etabliert. Ihre Stärke liegt vor allem in der Vielfalt ihres journalistischen Angebots.

Im Gespräch mit Andreas Riemann von Radio Dreyeckland (Freiburg) und Carsten Rose von Radio F.R.E.I. (Erfurt) wirft Adrian Garcia-Landa einen Blick in das Unterholz der deutschen Medienlandschaft.

Adrian Garcia-Landa ist Übersetzer und Unternehmensberater. Er leitet ehrenamtlich das Berliner Kiez- und Bezirksradio Infothek88vier, das Sie werktäglich von 9 bis 10 Uhr auf UKW 88.40 hören können.

Von Deutschland in die Welt (Teil 2)

Nachrichten aus Deutschland werden in der Welt aufmerksam verfolgt. Besonders, wenn es um die Bundeskanzlerin Angela Merkel geht.
Issac Lluch ist einer der ausländischen Journalisten, die aus Deutschland für ihr eigenes Land berichten. Peter Schulz hat mit ihm über seine Arbeitsbedingungen gesprochen. Daneben erzählt die Spanierin Alejandra López über ihre Erfahrungen beim Funkhaus Europa. Sie arbeitet hier in einer Sendung, die sich an spanischsprachige Hörer in Deutschland richtet und schildert die besonderen Herausforderungen.

Moderation: Mario Weber

Im ersten Teil des Beitrags Von Deutschland in die Welt sprach Peter Schulz mit Journalisten, die für deutsche Medien ins Ausland berichten.

Von Deutschland in die Welt (Teil 1) – Über Journalisten, die für das Ausland berichten

Nur wenige Länder leisten sich einen eigenen Sender, der Radio- und Fernsehberichte speziell für andere Länder produziert. In Deutschland ist das die Deutsche Welle. Wie die große Schwester BBC in Großbritannien, sendet die Deutsche Welle ihre Programme in alle Welt. Ihre Aufgabe ist es, Deutschland im Ausland verständlich zu machen und den Austausch der Kulturen zu fördern.

In einem Beitrag von Peter Schulz sprechen Ursula Moreno und Frank Kempe über ihre Erfahrungen im Auslandsjournalismus, ihr Zielpublikum und die Besonderheiten und Herausforderungen ihrer Arbeit.

Erfahren Sie mehr unter www.dw.de.

Kopfkino: Sport live im Radio

Es war die Stimme von Radioreporter Herbert Zimmermann, die das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 als „Wunder von Bern“ in die deutschen Wohnzimmer brachte. Diese Stimme machte ihn und das Spiel weltberühmt. Heute bringen die Herbert Zimmermanns, Werner Hanschs oder Manni Breukmanns dieser Welt die großen Sportereignisse nicht mehr nur ins Wohnzimmer – dank der mobilen Medien sind sie überall dabei. Die Radioreporter vor Ort sind Augen und Ohren des Zuhörers und holen ihn mitten ins Geschehen.

Wie schafft man es, die Zuhörer mit der Begeisterung und Leidenschaft des Ereignisses zu infizieren, wie entsteht der Radio-Live-Beitrag und wofür begeistern sich die Hörer am meisten? Darüber sprach Kirsten Greve mit Michael Augustin, Sportreporter bei ARD und NDR.

Die Reportage: Eine Liebeserklärung

Ein „Kino im Kopf“ soll sie erzeugen, sinnlich und subjektiv, aber nicht wertend sein, ein Stück der Welt genauer erklären, es „fühlbar“ machen – die Reportage gilt als Königsdisziplin des Journalismus. Gleichzeitig wird ihr aber auch mit Misstrauen begegnet, der Bericht gilt oft als die ernsthaftere Form der Auseinandersetzung mit einem Thema. Deshalb, und weil sie Aufwand, Platz und Geld erfordert, handelt es sich bei der Reportage um eine vernachlässigte Stilform. Bedauerlicherweise – findet zumindest Ulrich Gineiger.

Im Gespräch mit Leonie Feuerbach erklärt der Reporter und Moderator Ulrich Gineiger, was die Reportage so einzigartig macht, wann sie am besten zum Einsatz kommt und was das Besondere an Reportagen fürs Hören ist.

Mit den Ohren lesen

Es gibt zahlreiche Radiosender in Deutschland: Oldie-, Pop-, Kultur- und Infosender – für jeden ist etwas dabei. Ein Radiosender sticht aus der Masse heraus. hörbuchFM. hörbuchFM hören Sie nur über das Internet. Via Livestream oder mit einem Player wie iTunes. Seit Oktober 2010 werden komplette Hörbücher so angeboten und Sendungen, die sich mit Hörbüchern befassen.

Christine Weingarten hat mit Robert Skuppin, dem Gründer von hörbuchFM, über das außergewöhnliche Projekt gesprochen. Hören Sie in ihrem Beitrag mehr über die Geschichte, die Sendungen und die Zukunft von Hörbuch FM.

Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten – ein Muss?

Wer in Deutschland das Radio andreht, ist an eine rundfunktaugliche, fehlerfreie Aussprache und eine dem Format entsprechende Sprechmelodie gewöhnt.

Moderatoren und Radiojournalisten sprechen beim ersten Hinhören ein genormtes, rundfunktaugliches Hochdeutsch. Bei genauerer Betrachtung werden jedoch viele Qualitätsunterschiede hörbar, je nach Sender oder Format. Trotzdem sind die Anforderungen an Journalisten, die beim Radio arbeiten wollen, gestiegen.

Sprechkompetenz wird oft vom ersten Augenblick an erwartet. Nicht nur von Radiojournalisten, die „on air“ gehen wollen, sondern auch von freien Journalisten, die z.B. Features erstellen.

Aber: Muss eine Sprechausbildung sein, wenn man fürs Radio arbeiten will? Wieviel Zeit muss in Sprechtraining investiert werden und kann jeder, der will, rundfunktaugliches Sprechen erlernen?

Zur Relevanz von Stimm- und Sprechtraining für Radiojournalisten hören Sie einen Beitrag von Friederike Schwabel. Moderation Peter Schulz.

Mehr Informationen über die Stimmtrainerin Anne Feuker finden Sie unter: http://www.vocalis-sprechtraining.de/4.html

Die wunderbare Welt des Podcasting

Podcasting bezeichnet das Produzieren und Anbieten von abonnierbaren Audio- und Videobeiträgen im Internet. Man kann Podcasts verstehen als kleine Radiosendungen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen. Sie können immer und überall gehört werden: Beim Jogggen, Einkaufen oder bei der täglichen U-Bahn-Fahrt ins Büro.
Den Begriff Podcast erfand Ben Hammersby 2003. Er bürgerte sich schnell ein und 2005 verhalf die Firma Apple dem Podcast zum Durchbruch: Ihr tragbarer MP3-Player und die bereits weit verbreitete Software iTunes ermöglichte es vielen Menschen, Podcasts komfortabel zu hören und zu abonnieren.

Einer der ersten deutschen Podcaster ist Thomas Wanhoff. Seit 2005 produziert er wöchentlich Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft und präsentiert seinen Hörerinnen und Hörern leicht verständlich aufbereitete Wissenschaftsthemen. Er schrieb für den Fachjournalist Heft 4/2006 den Artikel Siegeszug des Podcasts.

Joachim Fulda sprach für diese Episode mit Thomas Wanhoff und fragte, ob sich der Siegeszug fortgesetzt habe.

Fairness und Glaubwürdigkeit im Radio

Eigentlich sollten viele Arbeitsweisen im Radio selbstverständlich sein: Zum Beispiel, es wird nichts vorgegaukelt, was nicht tatsächlich so ist oder was nicht live ist, wird auch nicht als live verkauft.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – könnte man denken. Jedoch sieht der Arbeitsalltag in vielen Radioredaktionen anders aus. Dort wird gerne mal bei Gewinnspielen gemogelt oder ein PR-Beitrag im redaktionellen Programm gespielt.

Um an dieser Situation etwas zu ändern, haben sich bereits 2007 Vertreter aus privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk zu der Initiative „Fair Radio“ zusammengeschlossen und Leitlinien entwickelt, die einer Art Pressekodex für das Radio gleichen.

Unsere Reporterin Angela Niggemeyer sprach mit Professorin Barbara Witte, Leiterin des Studiengangs Fachjournalistik an der Hochschule Bremen, und bat sie jetzt – rund drei Jahre später – um eine Einschätzung der Lage in der deutschen Radio-Landschaft.

Mehr zum Thema lesen Sie im Fachjournalist Heft 4/2008 in dem Artikel Fair Radio von Sandra Müller.