Sprachgebrauch in den Medien

Das Werkzeug der Demokratie ist die Sprache. Politische wie auch gesellschaftliche Auseinandersetzungen – das Aufeinanderprallen verschiedener inhaltlicher Positionen, Meinungsverschiedenheiten, Interessenkonflikte – werden in einer Demokratie verbal ausgefochten. Da finden sich Dramatisierungen bis hin zur Schwarzmalerei und Angst-mache, umgekehrt aber auch Beschönigungen und Verharmlosungen.

Wie aber berichten Journalisten? Was übernehmen sie unhinterfragt? Welches Vokabular verwenden sie – bewusst oder auch unbewusst?

Mit dem Journalisten und Autor Stephan Hebel sprach Karola Weil über Sprachgebrauch in den Medien.

Stephan Hebel war fast 30 Jahre lang Journalist und Redakteur der „Frankfurter Rundschau“ (FR). Inzwischen arbeitet er freiberuflich als Publizist und politischer Autor, er schreibt unter anderem für die FR, „Der Freitag“ und „Deutschlandradio Kultur“. Stephan Hebel ist Jurymitglied der sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres.

Vertrauensverlust der Medien: Quotenjagd statt Sorgfaltspflicht?

Das Vertrauen in den Journalismus ist gesunken: Offizielle Fakten und Zahlen werden angezweifelt oder gar als unwahr abgetan. Und von verschiedenen Seiten wird immer wieder der Vorwurf einer tendenziös berichtenden Presse laut, die nur auf die Quoten schiele, anstatt seriöse Berichte zu veröffentlichen. Auch Zahlen des Deutschen Presserates zeigen, dass die Beschwerden gegenüber publizierenden Medien stark angestiegen sind.

Welche Gründe gibt es für die nachlassende Glaubwürdigkeit der Presse?
Und: Welche Maßnahmen sind gegen diesen Vorwurf zu ergreifen?

Mareike Siebe hat mit Hilde Weeg, freie Radiojournalistin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, systematische Kommunikationsberaterin sowie Lehrbeauftragte an der Universität Jena für „Grundlagen des Journalismus“, über die schwindende Glaubwürdigkeit der Medien gesprochen.

Redaktionsblogs – eine Chance für Printmedien?

Blogs erfreuen sich im digitalen Zeitalter zunehmender Beliebtheit. Das scheinen auch etablierte Medien wie die „Zeit“ oder die „Süddeutsche Zeitung“ erkannt zu haben, die mittlerweile – neben dem klassischen Onlineauftritt – auch eigene Redaktionsblogs betreiben.

Blogs sind für Printmedien eine zukunftsorientierte Option, um sich den Bedürfnissen der Leser anzupassen. Nicht immer müssen Blogs mit den klassischen Printmedien konkurrieren. Oft lohnt es sich, beides zu nutzen – sowohl für die Leser als auch für die Redaktionen.

Eva-Maria Hartmann spricht darüber, warum Blogs so beliebt sind und welche Optionen sie für Printmedien darstellen.

Ein Ranking der erfolgreichsten deutschsprachigen Blogs finden Sie in den Deutschen Blogcharts.

Die Zukunft wird responsiv – neue Herausforderungen im Webdesign

Online sein – das gehört heute zum Leben dazu. Egal ob mit Smartphone, Tablet, Laptop, oder Computer – das Netz ist immer mit dabei. Webseiten werden auf den verschiedensten Geräten benutzt und müssen für den Nutzer lesbar und bedienbar sein. Sie müssen sich zudem den Bildschirmgrößen anpassen. Das Stichwort heißt responsives Webdesign: Inhalte ordnen sich abhängig vom Ausgabegerät so an, dass sie lesbar bleiben.

Christine Weingarten sprach mit Patrick Lobacher, Geschäftsführer der +Pluswerk AG, freier Autor und Experte in Sachen Webdevelopment, über die Herausforderungen beim Aufbau einer responsiven Webseite. Dabei erfahren die Zuhörer unter anderem, was die Vorteile des „Mobile-First-Prinzips“ sind und welche Rolle Sprache und Gestik in diesem Bereich künftig einnehmen werden.

Geld verdienen mit dem eigenen Blog

1996 ging in Deutschland der erste Blog online. Wie viele Menschen in Deutschland heute bloggen, ist schwer zu sagen. Denn die Blogging-Szene ist dynamisch und es gibt kein Register, das Blogs auflistet. Eines steht jedoch fest: Es gibt kaum ein Thema, zu dem es keinen Blog gibt. Die einen schreiben über ihre Katzen oder Hunde, die anderen über Baumärkte und Gothic-Reiseziele. Auch Unternehmen haben Blogs längst für sich entdeckt. So dreht sich beispielsweise beim Blog von „Yellow Strom“ alles um das Thema Strom. Mittlerweile besitzen auch viele Journalisten ihren eigenen Blog, auf dem sie über ihre Interessensgebiete schreiben. Damit sich das Bloggen auch finanziell lohnt, bringt die Plattform rankseller Blogger und Werbetreibende zusammen.

Christine Weingarten sprach mit Coskun Tuna, einem der Mitbegründer von rankseller, über sein Angebot und den Vorteil des Bloggens für Journalisten.

Coskun Tuna ist seit Ende 1999 Unternehmer in der digitalen Wirtschaft. Nach der ersten Berührung mit dem Internet kündigte er seinen Polizeiberuf und gründete unter anderem die MitfahrZentrale.de. Von da an folgten weitere Gründungen und Beteiligungen.

Dos and Don’ts beim Video-Interview

Interviews sind bei Journalisten und PR-Fachleuten sehr beliebt. Sie gehören zu den klassischen Darstellungsformen im Journalismus und sind zudem ein wichtiger Bestandteil der eigenen Recherche.

Ob Text-, Audio- oder Videointerview – jedes Format hat seine Besonderheiten.

Brigitte Hagedorn hat mit Heiner Jans über die Spezifika des Video-Interviews gesprochen. Über die Vorbereitung, die richtige Einstellung und worauf Sie hinter der Kamera besser verzichten sollten.

Der Fernsehjournalist Heiner Jans macht als Medientrainer seine Kunden fit für den Auftritt vor der Kamera. Sein Wissen über den richtigen Dreh gibt er in Seminaren und Workshops weiter.

Wie man eine Geschichte mit Storify erzählt

Das Internet-Tool Storify hat sich mittlerweile bei Journalisten und digitalen Medien etabliert. Es bietet die Möglichkeit, Informationen aus verschiedenen Internet-Quellen wie Blogs und Websites oder Kommentare aus den sozialen Netzwerken in einen neuen multimedialen Beitrag einzubauen, diese zu sortieren und mit eigenen Kommentaren in einen Erzählstrang zu bringen. Dabei setzt Storify einen Link zur Quelle und zeigt im Beitrag ein Vorschaubild an.

Mit Storify können zahllose Stimmen aus dem Sozialen Netz in einem Beitrag zusammengefasst werden. Geschichten lassen sich aus einer neuen Perspektive erzählen, so entstehen sehr persönliche Beiträge, die eindringlicher als beispielsweise Interviews sein können.

Darüber hinaus erspart der Journalist dem Leser durch das Zusammenstellen der relevantesten Quellen zu einem Thema die Mühe, sich durch die Flut der im Netz vorhandenen Informationen zu arbeiten.

Beate Schulz sprach mit der Journalistin und Bloggerin Sonja Kaute darüber, was bei der Nutzung von Storify zu beachten ist.

Sonja Kaute arbeitet in der Online-Redaktion des Medienhauses „Der neue Tag“ in Weiden i.d. Oberpfalz. Nebenberuflich ist sie freie Journalistin und Texterin. Ihre Schwerpunkte sind der Online-Journalismus, Social Media und Tauchen. Auf ihrem Blog Stift & Blog schreibt sie über die Digitalisierung und stellt Tools für Journalisten und Blogger vor. Was kann Storify? Eine Liste mit 8 Storify-Typen ist einer ihrer Blog-Beiträge.

Gendern im Rundfunk – geht das?

Das „Gendern“, und dabei Männer wie Frauen in der Sprache zu berücksichtigen, sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. Befürworterinnen erachten das Gendern als gesellschaftlich notwendig. Sie wollen Frauen in der Sprache sichtbar machen. GegnerInnen meinen, gegenderte Formulierungen machen Texte unverständlich und unlesbar. Ein Beispiel: Wortkonstruktionen wie das sogenannte Binnen-I, ein großgeschriebenes I in der Mitte des Wortes, um eine gemischtgeschlechtliche Gruppe von Zuhörern und Zuhörerinnen anzusprechen. Das erscheint vielen als eine von mehreren holprigen Konstruktionen, die gerade in einem journalistischen Beitrag nichts verloren haben.

Und wie ist das im Rundfunk? Ein Binnen-I ist zum Beispiel nicht hörbar. Auf den ersten Blick scheint das Gendern in der gesprochenen Sprache noch schwieriger umsetzbar zu sein als durch das Schriftbild. Aber stimmt das überhaupt? Und gibt es weitere Wege, gendersensibel Informationen zu transportieren?

Friederike Schwabel sprach dazu mit Andrea Ernst, Vorsitzende des deutschen Journalistinnenbundes. Sie erklärt, warum gendersensibler Journalismus schon bei der Recherche beginnt und gendersensibles Sprechen nicht unmöglich ist.

Moderation: Vitus Wieser.

Lesen Sie auch den Beitrag von Friederike Schwabel im Onlinemagazin Fachjournalist mit weiterführenden Links und Informationen: Gendern im Fachjournalismus: Pro und Kontra

Schutz vor Überwachung und Rechtsverletzung im Netz

Der Deutsche Anwaltstag 2014 in Stuttgart befasste sich mit dem Schwerpunktthema „Freiheit gestalten“. Im Zentrum standen Fragen nach dem Schutz von Persönlichkeitsrechten im Internet, die seit den Enthüllungen von Edward Snowden sehr intensiv in der Gesellschaft diskutiert werden. Für Journalisten sind dabei gerade der Schutz der Privatsphäre und das Thema „Urheberrecht“ relevant.

Martin Lehmann-Waldau hat sich auf dem Anwaltstag mit Herrn Dr. Thomas Lapp zu einigen dieser Fragen unterhalten. Herr Dr. Lapp ist Rechtsanwalt in Frankfurt am Main und Spezialist für IT-Recht.

Freie Radios

Denkt man an Radio, fallen einem Deutschlandradio, Lokalradios oder Musiksender ein. Aber neben den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gibt es noch eine dritte, kaum wahrgenommene Kategorie: die freien Radios. Die circa 30 stark lokal ausgerichteten Stationen bieten eine ganz andere Art von Programmen und haben sich, obwohl sie nicht-kommerziell arbeiten, fest in ihrem Umfeld etabliert. Ihre Stärke liegt vor allem in der Vielfalt ihres journalistischen Angebots.

Im Gespräch mit Andreas Riemann von Radio Dreyeckland (Freiburg) und Carsten Rose von Radio F.R.E.I. (Erfurt) wirft Adrian Garcia-Landa einen Blick in das Unterholz der deutschen Medienlandschaft.

Adrian Garcia-Landa ist Übersetzer und Unternehmensberater. Er leitet ehrenamtlich das Berliner Kiez- und Bezirksradio Infothek88vier, das Sie werktäglich von 9 bis 10 Uhr auf UKW 88.40 hören können.