Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Crossmedia: Mehrarbeit mit Mehrwert

Mittwoch, 01. Februar 2012

Das Internet wird nicht mehr verschwinden. Journalisten müssen sich darauf einstellen, denn das Netz wird ihre Arbeit dauerhaft beeinflussen. Das weiß auch Denise Peikert, sie ist seit Oktober 2010 Schülerin der Deutschen Journalistenschule in München und Chefredakteurin des Lehrmagazins Hive. Hive gibt es zwar auch als gedrucktes Magazin, es versteht sich aber als „Medium für die digitale Gesellschaft“ und präsentiert sich entsprechend – hauptsächlich online. Auf der Internetseite stehen meist nicht nur die blanken Artikel, sie werden multimedial aufbereitet mit Audio- und Videoelementen. Die jungen Journalisten bauen dafür nicht nur Slide-Shows, sondern werden systematisch auf crossmediales Arbeiten im Internet vorbereitet. Denn an der Deutschen Journalistenschule gilt das Motto: „Online is always“.

Denise Peikert erklärt im Interview, wie crossmediales Arbeiten in der Praxis aussieht, was das für die Ausbildung der Journalistenschüler bedeutet und warum sich der Mehraufwand lohnt.Mit ihr sprach Sara Schurmann.

Mehr zum Thema crossmediales Arbeiten finden Sie auch in der Oktoberausgabe des Fachjournalist.

Share

Müssen Zeitungen Medienplattformen werden?

Donnerstag, 01. Dezember 2011

Wer sich früher aktuell informieren wollte, hat eine Tageszeitung gelesen. Heute kann sich jeder im Internet sogar stündlich informieren. Dabei liegen die Informationen in verschiedenen Formaten vor, wie Videos, Audiobeiträge oder Texte und können sowohl knapp als auch umfangreich sein. Quellen, die früher häufig nur Journalisten zugänglich waren, stehen heute für alle bereit. Institutionen stellen z.B. Statistiken ins Netz, in Blogs können Meinungen diskutiert werden und Augenzeugenberichte findet man z.B. auf der Video-Website YouTube.

Die Presse verliert so ihre ursprüngliche Rolle als „Gatekeeper“ und konkurriert im Netz auch mit nicht professionellen Sendern. Denn welche Informationen letztendlich wertvoll sind, entscheidet jeder einzelne Leser selbst.

Wie könnte die Zukunft der Zeitungsverlage unter diesen Bedingungen aussehen? Und wo liegen die Chancen des digitalen Zeitalters? Dazu sprach Beate Schulz mit Thomas Knüwer. Thomas Knüwer war 14 Jahre Journalist beim Handelsblatt. 2009 gründete er das Unternehmen kpunktnull – Beratung für das digitale Zeitalter und berät heute Firmen zum Thema Internet und Social Media. Außerdem schreibt er für sein Medien-Blog Indiskretion Ehrensache.

Share

Land der Widersprüche: Die Türkei demokratisiert sich und schränkt gleichzeitig die Pressefreiheit ein

Freitag, 01. Juli 2011

Besserer Datenschutz, ausgebaute Rechte für Frauen und Kinder, weniger Macht für die Militärgerichte und mehr fürs Parlament: Die letzte Verfassungsänderung in der Türkei hat viele Verbesserungen gebracht; wie auch verschiedene Reformen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses zuvor. Verschlechtert hat sich in der Türkei aber die Situation der Presse. Die Verfassung schränkt schon immer die Pressefreiheit ein; in jüngster Zeit kam es außerdem zu einer Verhaftungswelle gegen kritische Journalisten.

Hierüber spricht Leonie Feuerbach mit Cemal Karakas. Karakas ist 1973 in der Türkei geboren und studierte in Deutschland Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Germanistik. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er publiziert unter anderem zum EU-Türkei-Verhältnis und zum politischen Islam in der Türkei.

Share

Der Medienmarkt in Osteuropa: Wirklich frei?

Mittwoch, 01. Juni 2011

Sind Osteuropas Medien frei? Ungarns neues Mediengesetz wird kritisiert. Nach dem Mord an Anna Politkovskaja sprechen Menschenrechtler in Russland von einer Sowjetisierung der Medienlandschaft.

Doch Osteuropa besteht auch aus anderen Ländern. In Polen oder Tschechien hat sich nach 1989 eine vielfältige Medienlandschaft entwickelt. Dennoch: Der Markt wird von vielen Journalisten als neue Existenzgefährdung gesehen, er führe zu Uniformität und Boulevardisierung der Berichterstattung.

Das Engagement westeuropäischer Medienkonzerne wie der WAZ-Mediengruppe wird ebenfalls kritisiert. Diese sähen nur auf die Bilanzen und weniger auf die Bedeutung kritischer Medien für die Entwicklung funktionierender demokratischer Gesellschaften.

Marc Stegherr, Dozent für Landeskunde Südosteuropa an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, veröffentlichte 2010/2011 zusammen mit Kerstin Liesem eine Analyse der osteuropäischen Medien im Transformationsprozess nach 1989.

Lesen Sie dazu im Fachjournalist Heft 1/2011 den Text Zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Dr. Marc Stegherr.

Eine Buchbesprechung von Joachim Fulda finden Sie auf dem Blog für Menschenrechte.

Share

Die Schere im Kopf – Medien in Albanien

Dienstag, 01. März 2011

Anfang Januar 2011 rückte Albanien wieder in den Fokus der europäischen Öffentlichkeit. In der Hauptstadt Tirana demonstrierten die Menschen gegen „Korruption, Machtmissbrauch und Wahlfälschung“. Die Situation eskalierte, drei Demonstranten wurden erschossen. Die Medien des Landes berichteten live von den Unruhen. Sie lieferten zum Beispiel spektakuläre Fernsehbilder von einem Demonstranten, der, getroffen von einer Kugel, zusammenbricht.

Doch wie steht es allgemein um die Medien in Albanien? Können sie frei und unabhängig berichten? Inwiefern werden die Bürger kritisch über die Regierungsarbeit informiert? Dazu hören Sie einen Beitrag von Sara Schurmann.

Sie sprach dafür mit dem albanischen Journalisten Pandeli Pani und dem Südosteuropa-Experten Dr. Marc Stegherr.

Pandeli Pani ist Redakteur der Deutschen Welle im Südosteuropa-Programm in der Albanien-Redaktion. Der Albaner arbeitet als Journalist in Deutschland und Albanien. Er lebt seit 1990 in Deutschland und lehrt hier unter anderem an der Universität Jena Albanologie.

Dr. Marc Stegherr hat unter anderem die Lage der Medien in Albanien untersucht hat. Er ist Dozent für Landeskunde Südosteuropa an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Stegherr arbeitet auch als landeskundlicher Südosteuropa-Berater, unter anderem für die KFOR und die Bundeswehr. Zusammen mit Kerstin Liesem hat er das Buch „Die Medien in Osteuropa. Mediensysteme im Transformationsprozess“ verfasst.

Moderation Joachim Fulda.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Marc Stegherr Zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Zur Entwicklung der Medien in Osteuropa im Fachjournalist Heft 1/2011.

Share

Kinder sind die Zeitungsleser von morgen

Sonntag, 01. November 2009

Logo, Lilliputz und Kakadu – Nachrichten für Kinder. Neben Radio und Fernsehen existieren zahlreiche Nachrichtenangebote für Kinder noch im Internet.
Das Kind als Zielgruppe. Aufbereiten und Anbieten kindgerechter Nachrichten nimmt an Bedeutung zu. Auch deutsche Zeitungen folgen kontinuierlich diesem Trend. Dies bestätigte eine Chefredakteursbefragung von 157 Verlagen. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Jahr 2006 durchgeführt.
Etwa drei Viertel der Verlage geben an, redaktionelle Angebote für Kinder im Blatt zu haben. Alleine in den Jahren von 2001 bis 2007 ist das Angebot an kompletten Kinderseiten bei Zeitungen um etwa ein Drittel gestiegen, wie der BDZV berichtet.
So spielen auch zunehmend Presseagenturen auf dem Markt für Kindernachrichten eine Rolle. Eine Presseagentur, die ausschließlich Nachrichten für Kinder produziert ist die Bremer Agentur für Kindermedien. Inhaberin und Chefredakteurin ist Dr. Judith Roth. Sie hat mit Hilfe von Journalisten, Medienwissenschaftlern und Pädagogen die Nachrichten für ihr Produkt “Klaro-Safaro” entwickelt.
Tanja Lammerding sprach mit Frau Dr. Roth über ihre Arbeit.

Share

Christliche Journalisten im Widerstand

Samstag, 01. August 2009

Wo autoritäre Regime an der Macht sind, wird eine freie und kritische Berichterstattung unterdrückt. So auch in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus. Während viele Journalisten sich instrumentalisieren ließen, schwiegen oder ins Exil gingen, leisteten einige mutige Männer und Frauen im Dritten Reich Widerstand und mussten das mit dem Leben bezahlen. Trotz ihres schrecklichen Schicksals, sind sie noch heute Vorbilder, vor allem angesichts der Unterdrückung der Pressefreiheit in Ländern wie Russland und Iran.

Prof. Dr. Helmut Moll ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts und Professor an der Wissenschaftlichen Hochschule Weilheim. Im Interview mit Leonie Feuerbach erläutert er die Bedeutung des christlichen Widerstandes im Nationalsozialismus und erklärt, wie kritische Informationen in einer Zeit ohne Twitter, Blogs und Youtube verbreitet wurden.

Den Artikel Wie christliche Journalisten als Widerständler der NS-Ideologie zu Opfern der Gewalt wurden lesen Sie im Fachjournalist Heft2/2009 von Prof. Dr. Helmut Moll.

Share

Medienberufler sind gemeinsam stark in der Genossenschaft

Mittwoch, 01. Juli 2009

“Einer für alle und alle für einen” – das ist die alte Idee der Genossenschaften. Besonders in Krisenzeiten werden solche Ideale wieder aktuell. Warum? Weil in der Genossenschaft die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt wird und in keiner anderen Unternehmensform individuelle Stärken so passend zusammengeführt werden. Eine Tatsache, die auch für freie Journalisten und andere selbstständige Medienberufler interessant ist.
Über Genossenschaften als Gründungs-Idee spricht Stefan Hubbeling mit Ute Delimat, Pressereferentin des Genossenschaftsverbandes.
Den Text Kontakt halten von Ute Delimat lesen Sie im Fachjournalist Heft 2/2009.

Weitere Informationen zur Gründung von Genossenschaften finden Sie auf dem GenoPortal.

Share

Massenmedien – kleine oder große Wirkung auf den Rezipienten?

Montag, 01. Juni 2009

Ob Fernsehen, Radio, Zeitungen oder das World Wide Web – was wäre unsere Welt ohne die Massenmedien? Massenmedien vermitteln bestimmte Inhalte – beispielsweise Informationen – an eine anonyme Masse von Menschen. Sie sind Repräsentant der Öffentlichen Meinung, manchmal Sprachrohr von Minderheiten und damit unverzichtbarer Bestandteil moderner Massenkommunikation. Im aktuellen Fachjournalist wird die besondere Verantwortung der Journalisten als “vierte Gewalt” in der Demokratie hervorgehoben. In einem der letzten Podcasts zum Thema Politikjournalismus wurde bereits gezeigt, dass sich auch Politiker der Medienmacht nicht entziehen können.
Die enorme Bedeutung der Massenmedien scheint unstrittig zu sein – doch welche Wirkung entfalten sie eigentlich bei den Rezipienten – den Menschen, die vorm Fernseher sitzen, Radio hören oder Zeitungen lesen und massenmedial vermittelte Inhalte aufnehmen?
Können Massenmedien Meinungen verändern oder verstärken, Wahlentscheidungen der Menschen kippen, wird die Macht der Massenmedien in dieser Hinsicht überschätzt? Kann man überhaupt eine tatsächliche Wirkung nachweisen, oder sucht man vergeblich nach Effekten der Medien auf den Rezipienten?
Darüber sprach Hermann Tydecks mit Mike Friedrichsen, Professor für Media Economics and Media Business an der Hochschule der Medien in Stuttgart.

Das im Podcast erwähnte Hörspiel von Orson Welles finden Sie auf YouTube.

Share

Spannungsfeld Journalismus und Werbung

Mittwoch, 01. April 2009

Zwei Drittel der Printmedien finanzieren sich heute – je nach Genre – durch Anzeigen. Dabei ist die Anzeigenwerbung schon lange eine Zweckallianz zwischen Unternehmen und Verlegern: Seit über 150 Jahren floriert der Markt. Anfang des 20ten Jahrhunderts professionalisierte sich sogar die Werbung gleichzeitig mit dem Journalismus. Vor diesem Hintergrund wird gerne spekuliert, ob zahlungskräftige Werbekunden Einfluss auf die Inhalte einer Zeitung nehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es jedoch kaum.
Der Kommunikationswissenschaftler Nils Andresen untersuchte Artikel des Spiegels und der Süddeutschen Zeitung darauf, ob und in welchem Ausmaß deren Anzeigenkunden Einfluss auf die redaktionellen Beiträge haben. Damit machte er erste wissenschaftliche Schritte auf der nahezu weißen Landkarte dieses Forschungsbereichs.

Friederike Schwabel sprach mit Nils Andresen, dessen Beitrag Der Einfluss von Anzeigenkunden auf die redaktionelle Berichterstattung in der Qualitätspresse im Fachjournalist Heft 4/2008 zu lesen ist.

Share